Abschlussprüfung Bankkauffrau mit 10 Fragen aus der Prüfung

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Abschlussprüfung BankkauffrauEine Bankkauffrau ist eine Person, die kaufmännisch im Bank- und Finanzwesen tätig wird. Streng genommen ist eine Bankkauffrau dabei keine Kauffrau im Sinne des Handelsgesetzbuches, sondern eine Kaufmannsgehilfin, was jedoch in der Berufpraxis keinen wesentlichen Unterschied macht. Der mögliche Tätigkeitsbereich einer Bankkauffrau ist recht vielseitig ausgelegt und so kann sie beispielsweise für Banken und Direktbanken, in Girozentralen, Sparkassen und Bausparkassen, an der Börse und im Wertpapierhandel oder auch bei Versicherungen oder Finanz- und Immobilienvermittlern arbeiten. Je nach Tätigkeitsbereich fallen dann beispielsweise die Bearbeitung von An- und Aufträgen, die Beratung der Kunden oder der Verkauf von unterschiedlichsten Finanzprodukten in ihren Zuständigkeitsbereich.

Die Prüfung wird von der IHK abgenommen

Bei der Ausbildung zur Bankkauffrau handelt es sich um eine bundesweit geregelte Ausbildung, die in den meisten Fällen als duale Ausbildung im Kreditgewerbe absolviert wird, grundsätzlich ist jedoch genauso auch eine schulische Ausbildung möglich. Die reguläre Ausbildungszeit beläuft sich auf drei Jahre. Bei Mittlerem Bildungsabschluss und entsprechend guten Leistungen ist eine Verkürzung um ein halbes und bei vorhandenem Abitur um ein Jahr möglich. Zum Ende der Ausbildung und als deren Abschluss findet eine Abschlussprüfung statt, die zuständige Stelle hierfür sind die Industrie- und Handelskammern.

Die Abschlussprüfung beinhaltet einen schriftlichen und einen mündlichen Prüfungsteil

Der schriftliche Prüfungsteil umfasst die Fächer Bankwirtschaft, Rechnungswesen und Steuerung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde, für den mündlichen Prüfungsteil ist ein Beratungsgespräch vorgesehen, durch das das Fach Kundenbetreuung geprüft wird. Kernthemen des Faches Bankwirtschaft sind beispielsweise die Kontoführung, der Zahlungsverkehr, Geld- und Vermögensanlagen oder das Kreditgeschäft, im Fach Rechnungswesen geht es um das Rechungswesen selbst sowie die damit zusammenhängen Steuerungsoptionen. Die Wirtschafts- und Sozialkunde beschäftigt sich mit der Wirtschaft und der Gesellschaft im Allgemeinen, typischerweise behandeln die Prüfungsfragen hier Themen wie das Wirtschaft- und Arbeitsrecht, sozialpolitische Inhalte oder wirtschaftliche Grundstrukturen.

  • Der Sinn der Abschlussprüfung liegt darin, festzustellen, ob die angehende Bankkauffrau alle notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten erworben hat, um als eigenständig agierende Mitarbeiterin tätig zu werden. Das bedeutet, es wird überprüft, ob sie über die Qualifikationen verfügt, die notwendig sind, um den künftigen Berufsalltag zu meistern, Fragestellungen zu erkennen und entsprechende Lösungsansätze zu entwickeln. Dabei werden in der Abschlussprüfung aber nur solche Inhalte und Problemstellungen behandelt, die der Prüfling aufgrund der absolvierten Ausbildung kennen sollte und auch lösen kann.
  • Sehr häufig wird bei Abschlussprüfungen mit so genannten praxisbezogenen Aufgaben gearbeitet. Das bedeutet, es wird eine Situation geschildert, die in dieser Form recht häufig im Berufsalltag auftritt. Im Rahmen dieser Schilderung sind alle Angaben enthalten, die in diesem Zusammenhang von Bedeutung sind. Die eigentlichen Prüfungsfragen ergeben sich dann aus dieser Situationsschilderung. Wichtig ist daher, die geschilderten Inhalte sehr genau zu lesen, um zu verhindern, dass entscheidende Details übersehen werden.
  • Die Beantwortung der Prüfungsfragen ergibt sich aus der Aufgabenstellung, grundsätzlich gibt es hierbei zwei große Gruppen. Zum einen werden Multiple-Choice-Fragen gestellt, bei denen Antwortmöglichkeiten vorgegeben sind. Auch hier ist sehr wichtig, die Antwortmöglichkeiten genau zu lesen. Als hilfreich erweist es sich oft, nach dem Ausschlussprinzip vorzugehen, falls nicht gleich eine eindeutige Beantwortung möglich ist. Außerdem ist es in den meisten Fällen richtig, dem ersten Gedanken und somit der Intuition zu folgen, allerdings sollten Auswahlfragen im Nachhinein nicht weiter korrigiert werden. Die zweite Variante sind offene Fragen, bei denen beispielsweise Rechnungen durchgeführt, Beispiele benannt oder Fachausdrücke definiert werden müssen. Hierbei empfiehlt es sich, mit Fachausdrücken zu arbeiten und die Antworten kurz und auf den Punkt gebracht zu formulieren. Bei Rechenaufgaben sollte zudem auch immer der Lösungsweg aufgeführt werden, damit dieser bewertet werden kann, falls die Rechnung zu einem falschen Endergebnis führen sollte.

Bei der mündlichen Prüfung geht es um ein Beratungsgespräch

Im Rahmen des mündlichen Prüfungsteils wird ein Beratungsgespräch geführt, das höchstens zwanzig Minuten dauert. Die Basis für dieses Gespräch bildet eine Prüfungsaufgabe, die der Prüfling aus zwei möglichen Prüfungsaufgaben auswählen kann. Bei der mündlichen Prüfung geht es vor allem um die Überzeugungskraft sowie das kunden- und serviceorientierte Auftreten. Das bedeutet, der Prüfling kann unter Beweis stellen, dass er die Wünsche eines Kunden erkennen, ein geeignetes Produkt empfehlen und erklären und schlussendlich dem Kunden auch verkaufen kann.

10 Prüfungsfragen aus der Abschlussprüfung Bankkauffrau

 

1. Ein Kunde möchte eine Bareinzahlung tätigen. Dabei fällt Ihnen eine Banknote auf, bei der es sich um Falschgeld handeln könnte. Wie verhalten Sie sich?

 

a) Sie nehmen diese Banknote mit dem Hinweis auf Falschgeld nicht an, notieren aber die Personalien des Kunden.

b) Sie tauschen die Banknote aus und ziehen den gefälschten Schein aus dem Verkehr.

c) Sie schreiben den Betrag gut und leiten die Banknote an die Landeszentralbank weiter.

d) Sie behalten die Banknote ohne Austausch oder Gutschrift ein und leiten sie zur Überprüfung an die Deutsche Bundesbank weiter.

 

2. Einer langjährigen Kundin wurde der Geldbeutel gestohlen, in dem sich auch ihre Geldkarte befand, auf der ein Guthaben von 296,15 Euro gespeichert war. Dieses Guthaben wurde von dem Dieb vollständig verbraucht. Wer haftet für den Schaden?

 

a) Die Kundin muss den Schaden selbst tragen.

b) Der Händler haftet für den Schaden, da er verpflichtet ist, die Berechtigung eines zahlenden Kunden zu überprüfen.

c) Der Schaden wird zu 80% von dem Kreditinstitut ersetzt, den restlichen Schaden muss die Kundin tragen.

d) Das Kreditinstitut ersetzt den Schaden vollständig.

 

3. Ihr Kreditinstitut hat einen neuen Kontovertrag mit einem Geschäftskunden geschlossen. Für die Datenverarbeitung müssen die Daten dieses Kunden erfasst werden. Bitte ordnen Sie die Angaben den Begriffen aus der Datenverarbeitung zu.

 

a = Informationen über den Geschäftskunden/Unternehmen

b = Telefonnummer des Geschäftskunden/Unternehmen

c = Informationen über die Geschäftskunden Ihres Kreditinstituts. Diese Informationen sind untereinander nicht verbunden.

d = diese organisatorische Einheit ermöglicht durch gemeinsame Schlüsselbegriffe den Zugriff auf unterschiedliche Datensammlungen

e = Anfangsbuchstabe des Ortes, an dem sich der Firmensitz des Geschäftskunden befindet

1 = Datei

2 = Datenfeld

3 = Datenbank

4 = Datensatz

5 = Zeichen

 

4. Nach Ablauf Ihrer Ausbildung haben Sie sich als Kundenberaterin auf eine innerbetriebliche Stellenausschreibung beworben. In diesem Zusammenhang möchten Sie Ihre Personalakte einsehen. Wie ist die Rechtslage hierzu?

 

a) Sie dürfen erst dann Einsicht in die Personalakte nehmen, wenn der Bewerbungsprozess abgeschlossen ist.

b) Sie dürfen keine Einsicht in die Personalakte nehmen, haben aber das Recht auf ein Zwischenzeugnis.

c) Sie dürfen nur unter Zustimmung und im Beisein des Betriebsrates Einsicht in die Personalakte nehmen.

d) Sie dürfen Einsicht in die Personalakte nehmen, da dieses Recht jedem Arbeitnehmer zusteht.

 

5. Frau Müller schüttet sich Kaffee über Ihren Hosenanzug. Daraufhin bringt sie den Hosenanzug in die Reinigung, um die Flecken dort entfernen zu lassen. Um welche Art von Vertrag handelt es sich hierbei?

 

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6. Ein Kreditinstitut hat verschiedene Vorsorgemaßnahmen getroffen, um im Fall eines Brandes Einfluss auf das Verhalten der Kunden und der Mitarbeiter nehmen zu können. Welche der folgenden Maßnahmen gehört nicht dazu?

 

a) gut sichtbare Hinweise zur Kennzeichnung der Fluchtwege

b) Schulungen über Verhaltensregeln im Brandfall

c) regelmäßige Überprüfung der Feuerschutztüren

d) Gefahr- Hinweisschilder an und in Fahrstühlen

 

7. Sie beraten einen Kunden, der eine kleine Boutique betriebt, über den Einsatz von Zahlungskarten. Worauf bezieht sich die Aussage, dass es sich um eine garantierte Zahlung handelt und der Kunde eine sofortige Gutschrift aller Kartenumsätze erhält?

 

a) Kreditkartenzahlungen

b) Electronic Cash- und Geldkarten-Zahlungen

c) POZ- Zahlungen

d) POZ- und Kreditkartenzahlungen

 

8. Ein Wirtschaftsprüfer wird vermutlich etwa 50 Tage für die Prüfung des Jahresabschlusses 2009 benötigen. Der Tagessatz für den Wirtschaftsprüfer liegt bei 750 Euro. Unter welchem Posten werden die geschätzten Kosten für den Wirtschaftsprüfer in Höhe von 37500 Euro in der Bilanz per 31.12.2009 ausgewiesen?

 

a) sonstige Verbindlichkeiten

b) andere Rückstellungen

c) sonstige Vermögensgegenstände

d) andere Gewinnrücklagen

 

9. Bei einem Beratungsgespräch mit einem Ehepaar geht es um die Eröffnung eines Oder-Kontos oder eines Und-Kontos. Welche Aussage gilt für beide Kontoarten?

 

a) Für die Verbindlichkeiten aus der Kontobeziehung haften die Kontoinhaber gesamtschuldnerisch.

b) Die Kontoinhaber sind jeweils einzeln verfügungsberechtigt.

c) Die Kontoinhaber sind nur dann einzeln verfügungsberechtigt, wenn eine gegenseitige Vollmacht vorliegt.

d) Üblicherweise kann per ec-Karte bargeldlos an ec-Terminals bezahlt werden.

 

10. Wie viele Unternehmen waren bei der Einführung des Aktienindexes ERIX im Jahr 2005 in diesem Index gelistet?

 

a) 5

b) 10

c) 20

d) 50

 

Antworten:

1. d

2. a

3.

4. d

5. Werkvertrag

6. c

7. b

8. b

9. a

10. b