Abschlussprüfung Bürokaufmann mit 10 Fragen aus der Prüfung

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Abschlussprüfung BürokaufmannDer Aufgabebereich eines Bürokaufmanns umfasst im Wesentlichen alle die Tätigkeiten, die in einem Büro anfallen. Je nach Einsatzbereich ist er somit beispielsweise für Sekretariats- und Verwaltungsaufgaben, für das Erstellen von Statistiken und Rechnungen, für die Beareitung von Versicherungs- und Steuerfragen, für die Buchhaltung oder Lohn- und Gehaltsabrechnungen oder für den Ein- und Verkauf sowie den Vertrieb zuständig.

Daraus ergibt sich, dass ein Bürokaufmann einerseits über einen versierten Umgang mit der deutschen Sprache, ein ausgeprägtes mathematisches Verständnis sowie über fundierte Computerkenntnisse verfügen muss und andererseits seine Stärken auch in sozialen Kompetenzen liegen sollten. Im Gegensatz zu allen anderen Berufen kann die Abschlussprüfung zum Bürokaufmann sowohl vor der IHK als auch vor der HWK abgelegt werden und gliedert sich dabei in einen theoretischen und einen praktischen Prüfungsteil.

Die theoretische Prüfung umfasst die Fächer Bürowirtschaft, Rechnungswesen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde

  • Die Prüfung im Fach Bürowirtschaft erstreckt sich über 60 Minuten und legt die Schwerpunkte auf die Büroorganisation, die Techniken der Bürokommunikation, die Bürowirtschaft und Statistiken sowie allgemeine Organisation und Leistungen. Die Prüfung im Fach Rechnungswesen beschäftigt sich in erster Linie mit der Entgeltabrechnung und dem betrieblichen Rechungswesen, hierfür stehen 90 Minuten zur Verfügung. Den Abschluss des theoretischen Prüfungsteils bildet das Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde, in dem es darum geht, sein Verständnis und seine Urteilsfähigkeit im Hinblick auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge unter Beweis zu stellen.
  • Die Prüfungsfragen im theoretischen Prüfungsteil sehen vor allem handlungsorientierte Aufgaben vor. Das bedeutet, dass nicht nur reine Wissensgrundlagen abgefragt werden, sondern die Lösungen anhand von konkreten Situationsbeispielen aus dem Berufsalltag abzuleiten sind. Die Absicht liegt dabei darin, zu ermitteln, ob der Prüfling die theoretischen Grundlagen nicht nur beherrscht, sondern sie auch verstanden hat und anwenden kann und somit über die notwendige Gesamtqualifikation verfügt, um als eigenständig arbeitender Bürokaufmann tätig zu werden.
  • Hinsichtlich der Gestaltung der Prüfungsfragen gibt es grundsätzlich zwei Varianten, nämlich einerseits Auswahlfragen und andererseits offene Fragen. Auswahlfragen kennzeichnen sich dadurch, dass mehrere Antwortmöglichkeiten vorgegeben sind. Wichtig hierbei ist, den genauen Wortlaut zu beachten. Sollte eine Frage nicht sicher gelöst werden können, ist es ratsam, der ersten Eingebung zu folgen oder notfalls auch zu raten, allerdings sollten Auswahlfragen grundsätzlich nicht mehrfach korrigiert werden. Offene Fragen sind Prüfungsfragen, die in eigenen Worten beantwortet werden. Hierbei sollten nach Möglichkeit immer die Fachbegriffe verwendet werden, zudem ist es besser, die Antworten kurz und knapp, jedoch präzise und auf den Punkt gebracht zu beantworten, anstatt ausschweifende Romane zu schreiben. Ein Mittelweg zwischen diesen beiden Prüfungsfragenvarianten sind die halboffenen Fragen. Hier sind die Antwortmöglichkeiten vorgegeben und müssen bestimmten Aussagen oder Inhalten zugeordnet werden.

Die praktische Prüfung behandelt die Fächer Informationsverarbeitung, Auftragsbearbeitung und Büroorganisation

Während der mündlichen Prüfung wählt der Prüfling eine Aufgabe aus, die er in einem bestimmten Zeitfenster bearbeiten kann. Anschließend folgt ein Prüfungsgespräch mit dem Prüfungsausschuss, das als Präsentation oder als Dialog geführt wird. Auch bei der praktischen Prüfung geht es um die Überprüfung der theoretischen und praktischen Handlungskompetenzen des Prüflings, ebenfalls in die Bewertung fließen allerdings auch das Auftreten, die Ausdrucksweise und die Kommunikationsfähigkeit im Allgemeinen. Sollte der Prüfling eine Frage akustisch oder inhaltlich nicht verstehen, spricht nichts dagegen, sicherheitshalber nachzufragen. In den meisten Fällen werden die Prüfer zudem auch dann mit Zwischenfragen weiterhelfen, wenn sie feststellen, dass der Prüfling ins Stocken gerät oder einen falschen Lösungsansatz verfolgt.

10 Beispielfragen die in der Abschlussprüfung für den Beruf Bürokaufmann auftauchen können

 

1. Welche Aussage im Zusammenhang mit Steuern ist so nicht richtig?

 

a) Gleiches darf nicht willkürlich ungleich behandelt werden.

b) Steuergesetze dürfen in besonderen Einzelfällen rückwirkend in Kraft gesetzt werden.

c) Die Steuererhebung dient primär dem Erzielen von Einnahmen.

d) Vorschriften sollten nicht unnötig kompliziert oder verklausuliert werden.

 

2. Um was für einen Vertrag handelt es sich, wenn ein bestimmter Erfolg durch das Ausführen einer Tätigkeit oder einer Sorgfaltsverbindlichkeit Vertragsgegenstand ist?

 

a) Dienstvertrag

b) Arbeitsvertrag

c) Kaufvertrag

d) Werkvertrag

 

3. Ein Kunde erwirbt Waren und nimmt diese persönlich mit. Wobei handelt es sich hierbei?

 

a) um einen Terminkauf

b) um einen Fixkauf

c) um einen Tageskauf

d) um einen Kauf auf Abruf

 

4. Wozu ist ein Prokurist befähigt?

 

a) Prozesse anzustrengen

b) den Jahresanschluss zu unterzeichnen

c) Insolvenzen zu beantragen

d) Handelsregistereintragungen zu beantragen

 

5. Wann ist eine Suspendierung eines Arbeitsnehmers zulässig?

 

a) bei Vorliegen eines wichtigen Grundes

b) bei schlechter Auftragslage

c) als vorläufig milderes Mittel zur Vermeidung einer sofortigen außerordentlichen Kündigung

d) wenn eine dem Arbeitsvertrag entsprechende Tätigkeit nicht möglich ist

 

6. Was gehört zu den wesentlichen Bestandteilen des Individualarbeitsrechts?

 

a) die Regelung der Pflichten der beiden Arbeitsvertragsparteien

b) die Regelungen des Leistungsstörungsrechts

c) die Regelungen zur Beendigung eines Arbeitsverhältnisses

d) das Mitbestimmungsrecht in Unternehmen und Betrieben

 

7. Welche Aussage hinsichtlich der Möglichkeiten, sich von einem Vertrag zu lösen, ist richtig?

 

a) Ein Versicherungsvertrag kann innerhalb von vier Wochen nach Abschluss durch Widerruf gelöst werden.

b) Bei Fernabsatzverträgen ist ein Lösen über das Widerrufs- bzw. Rückgaberecht innerhalb von drei Wochen möglich.

c) Für das Lösen eines Dauerschuldverhältnisses kann eine Kündigung in Frage kommen.

d) Bei Haustürgeschäften besteht grundsätzlich kein Rückgabe- oder Widerrufsrecht.

 

8. Wie lauten die Kürzel für…?

 

a) Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit ______________________

b) Kommanditgesellschaft auf Aktien __________________________

c) eingetragene Genossenschaft ______________________________

d) eingetragener Kaufmann ______________________________

 

9. Wie berechnet sich der sogenannte Rohertrag I ?

 

a) Umsatz brutto – Mehrwertsteuer – Einkaufspreis der Waren ohne Vorsteuer

b) Umsatz netto – Mehrwertsteuer – Einkaufspreis der Waren ohne Vorsteuer

c) Umsatz netto – Warenbezugskosten

d) Umsatz brutto – Warenbezugskosten

 

10. Welche Angaben dürfen so nicht in einem Arbeitszeugnis stehen?

 

a) Erläuterungen des Gesundheitszustandes

b) Grund und Art des Austritts unter Zustimmung des Arbeitnehmers

c) wohlwollende Formulierungen hinsichtlich der Leistungsbewertung

d) handschriftliche Unterschrift eines Bevollmächtigten mit dem Zusatz ppa für per Prokura oder i.V. für in Vertretung

Antworten:

1. b

2. d

3. c

4. a

5. a, c

6. d

7. c

8. a = VVaG, b = KGaA, c = eG, d = e. K. oder e. Kfm.

9. a

10. a