Abschlussprüfung Einzelhandel mit 10 Fragen aus der Prüfung

pruefungsfragen

Abschlussprüfung EinzelhandelDie Tätigkeiten im Einzelhandel fallen in das Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung mit den Schwerpunkten Absatzwirtschaft und Kundenberatung. Die wesentlichen Aufgaben von Beschäftigten im Einzelhandel bestehen im Beraten und Informieren von Kunden über unterschiedlichste Konsumgüter, im Verkauf dieser Waren sowie in Kassiertätigkeiten. Daneben sind Beschäftigte im Einzelhandel im Lager tätig, arbeiten an der Gestaltung des Sortiments, der Präsentation der Waren sowie der Dekoration des Verkaufsraumes mit oder sind für betriebswirtschaftliche Aufgaben im Personal- und Rechnungswesen zuständig.

Die Prüfung für Kaufleute im Einzelhandel erfolgt künftig als gestreckte Prüfung

Während die Abschlussprüfung für Verkäufer und Verkäuferinnen in unveränderter Form abgenommen wird, wird die Abschlussprüfung für Kaufleute im Einzelhandel künftig als gestreckte Prüfung erfolgen. Das bedeutet, dass die Zwischenprüfung im Verlauf der Ausbildung durch Teil 1 der Abschlussprüfung ersetzt wird und die Prüfungsergebnisse hieraus in Teil 2 der Abschlussprüfung am Ende der Ausbildungszeit einfließen werden.

Grundsätzlich setzen sich Abschlussprüfungen im Einzelhandel aus zwei Prüfungsteilen zusammen, nämlich einem schriftlichen und einem mündlichen Prüfungsteil.

Die schriftliche Prüfung gliedert sich in drei Bereiche

 

1.) Verkauf und Marketing. Für diesen Prüfungsbereich stehen 120 Minuten zur Verfügung und im Wesentlichen geht es um die Themenfelder Verkauf, Beratung und Kasse sowie Warenpräsentation und Werbung. Neben dem theoretischen Grundlagenwissen werden hier die Kenntnisse und Fertigkeiten anhand von praxisbezogenen Aufgaben gestellt. Das Ziel dieses Prüfungsteils liegt darin, zu überprüfen, inwieweit der Prüfling kundenorientiert agiert, welche Möglichkeiten zur Konfliktlösung er kennt und wie er mit Beschwerden und Reklamationen umgeht. Daneben beschäftigt sich dieser Prüfungsteil mit verkaufsbezogenen sowie vor- und nachbereitenden Aufgaben des Verkaufs sowie mit rechtlichen Bestimmungen.

 

2.) Warenwirtschaft und Rechnungswesen. Neben der Warenannahme und -lagerung sowie der Bestandsführung und -kontrolle befasst sich dieser Prüfungsteil mit rechnerischen Geschäftsvorgängen und Kalkulationen. Auch hier gilt wieder, praxisbezogene Aufgaben und Fälle zu lösen, die sich beispielsweise mit der Steuerung und Kontrolle von Warenbewegungen beschäftigen oder verkaufsbezogene Rechenvorgänge erfordern. Bei der Abschlussprüfung für Kaufleute im Einzelhandel erfolgt hier eine Prüfung im Fachbereich Geschäftsprozesse im Einzelhandel. Dabei geht es darum, unter Beweis zu stellen, dass der Prüfling fachliche, wirtschaftliche und soziale Geschäftsprozesse, die sich auf die wesentlichen Prozesse des Einzelhandels beziehen, erkennt, versteht, beurteilen und Lösungsmöglichkeiten entwickeln kann. Insofern umfasst dieser Prüfungsbereich den Ein- und Verkauf, die Sortimentsgestaltung, logistische Prozesse, das Rechnungswesen, die Personalwirtschaft, das Marketing sowie IT-Anwendungen.

 

3.) Wirtschafts- und Sozialkunde. Dieser Prüfungsbereich beschäftigt sich mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen der Arbeits- und Berufswelt.

Ein Großteil der Fragen wird als praxisbezogene Aufgaben gestellt. Das bedeutet, dass typische Situationen aus dem Berufsalltag geschildert werden, die entsprechend der Vorgaben bewertet, analysiert oder gelöst werden müssen. Hinsichtlich der Antworten wird mit Multiple-Choice-Fragen und offenen Fragen gearbeitet. Bei Multiple-Choice-Fragen wird die Aufgabe durch Ankreuzen der vorgegebenen Antwortmöglichkeiten gelöst, offene Fragen werden in eigenen Worten beantwortet. Insgesamt ist wichtig, Fragen und Antwortmöglichkeiten genau zu lesen und nach Möglichkeit immer Fachbegriffe zu verwenden. Zudem ist es sinnvoll, Fragen die nicht auf Anhieb lösbar sind, zunächst auszulassen, um eine unnötige Unruhe zu vermeiden und nicht zu viel Zeit für langwierige Überlegungen zu verbrauchen.

Die mündliche Prüfung sieht ein fallbezogenes Fachgespräch vor

Im Rahmen der mündlichen Prüfung kann der Prüfling eine Aufgabe auswählen und sich in einem bestimmten Zeitrahmen damit auseinandersetzen. In einem Gespräch mit den Prüfern geht es dann darum, Lösungswege für diese Aufgabe aufzuzeigen, den Sachverhalt schlüssig zu erörtern und eventuell weiterführende Zwischenfragen zu beantworten.

10 typische und häufig gestellte Fragen bei der Abschlussprüfung für den Einzelhandel

 

1. Wie groß ist die Verkaufsfläche eines kleinen Verbrauchermarktes?

 

a) unter 400m²

b) 400–799 m²

c) 800–1499 m²

d) 1500–4999 m²

 

2. Zu welchem Teil des Sortiments gehören Artikel, mit denen nur ein relativ kleiner Anteil des Umsatzes erzielt wird und die neben dem Erreichen zusätzlicher Deckungsbeiträge vor allem auch aus psychostrategischen Gründen geführt werden?

 

a) Kernsortiment

b) Grundsortiment

c) Randsortiment

d) Zusatzsortiment

 

3. Was beinhaltet die Handelsform des ambulanten Handels nicht?

 

a) den Verkauf auf Wochenmärkten

b) den Verkauf direkt an der Haustür

c) den Verkauf auf Messen

d) den Verkauf online

 

4. Welcher Paragraph des BGB regelt die Rechte eines Käufers bei Mängeln?

 

a) §312

b) §437

c) §651

d) §473

 

5. In welcher Stadt befindet sich der Sitz des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels?

 

a) Frankfurt am Main

b) Hamburg

c) Düsseldorf

d) Berlin

 

6. Was ist bei den Instrumenten der konsumentengerichteten Verkaufsförderung kein Bestandteil der Preis-Promotions?

 

a) Warenproben

b) Coupons

c) Treuerabatte

d) Sonderpackungen

 

7. Wann wird im Zusammenhang mit einer Reklamation von einer Minderung gesprochen?

 

a) wenn der Kunde die fehlerhafte Ware gegen ein anderes Produkt eintauscht

b) wenn der Kunde die Ware nach einer Reparatur oder Nachbesserung wieder erhält

c) wenn der Kunde die fehlerhafte Ware behält und der Verkäufer einen Teilbetrag erstattet

d) wenn der Kunde die fehlerhafte Ware gegen ein identisches Produkt austauscht

 

8. Im Handelregister ist eine Firma eingetragen, die ein echtes Gewerbe betreibt. Der Unternehmer, der mit dieser Firma im Handelsregister eingetragen ist, betreibt das Handelsgewerbe allerdings nicht oder nicht mehr selbst. Wie wird ein solcher Kaufmann bezeichnet?

 

a) Formkaufmann

b) Fiktivkaufmann

c) Scheinkaufmann

d) Kannkaufmann

 

9. Wodurch definiert sich die Vertriebsform Vending?

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10. Für welche der folgenden Waren und Dienstleistungen gilt der ermäßigte Umsatzsteuersatz nicht?

 

a) Lieferung von Lebensmitteln

b) Lieferung von jugendkonformen Büchern, Zeitungen und Zeitschriften

c) Lieferung von Kleidung

d) für den öffentlichen Personennahverkehr

Antworten:

1. c

2. c

3. d

4. b

5. d

6. a

7. c

8. b

9. Warenvertrieb von meist kleinpreisigen Artikeln über Automaten, die wenig Fläche beanspruchen

10. c