Abschlussprüfung IK mit 10 Fragen aus der Prüfung

pruefungsfragen

Abschlussprüfung IKDas Kürzel IK steht für Industriekaufleute und bezeichnet eine Berufsgruppe, die in verschiedensten Unternehmen nahezu aller Wirtschaftbereiche tätig ist und in erster Linie kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Abläufe steuert. So gehört beispielsweise in der Materialwirtschaft zu ihrem Aufgabenbereich, Angebote zu vergleichen, mit Lieferanten zu verhandeln oder die Annahme und Lagerung von Waren zu betreuen. In der Produktionswirtschaft sind sie für die Planung, Steuerung und Überwachung der Herstellung von Waren oder der Erbringung von Dienstleistungen sowie für das Erstellen von Auftragsbegleitpapieren zuständig.

Sind sie im Verkauf und Vertrieb tätig, erarbeiten sie Kalkulationen und Preislisten, führen Verkaufverhandlungen mit den Kunden und erstellen Konzepte für gezielte Marketingstrategien. Im Bereich Rechnungs- und Finanzwesen fallen Tätigkeiten wie die Bearbeitung, die Buchung und die Kontrolle von Vorgängen im Geschäftsverkehr in ihren Zuständigkeitsbereich und im Bereich Personalwesen sind sie an der Ermittlung des Personalbedarfs, der Personalbeschaffung, der Auswahl von Personal und der Planung des Personaleinsatzes beteiligt.

Die Ausbildung, die bundesweit geregelt ist, dauert drei Jahre und wird von der Industrie und dem Handwerk sowie auch als schulische Ausbildung angeboten. Sie endet mit einer Abschlussprüfung, die von den Industrie- und Handwerkskammern abgenommen wird.

Die Abschlussprüfung umfasst vier Prüfungsbereiche

Im Rahmen der Abschlussprüfung werden die Bereiche Geschäftsprozesse, kaufmännische Steuerung und Kontrolle sowie Wirtschafts- und Sozialkunde in schriftlicher Form geprüft, der Bereich Einsatzgebiet findet als mündlicher Prüfungsteil statt.

  • Der erste Prüfungsteil sieht das Fach Geschäftsprozesse vor. Hierbei behandeln die Prüfungsfragen Themen wie Marketing und Absatz, Beschaffung und Bevorratung, Personal sowie Leistungserstellung. Zeitgleich nimmt dieser Prüfungsbereich die meiste Zeit in Anspruch, denn vorgesehen ist eine Prüfungsdauer von maximal drei Stunden.
  • Das Fach kaufmännische Steuerung und Kontrolle behandelt Fragen hinsichtlich der Abrechnung von Leistungen, dem Controlling, der Erfassung von Kosten, der Beurteilung von Geld- und Wertströmen sowie der Betriebswirtschaft im Allgemeinen. Der für diesen Prüfungsbereich geplante Zeitrahmen beläuft sich auf höchstens 90 Minuten.
  • Die Wirtschafts- und Sozialkunde, für die eine Prüfungsdauer von höchstens 60 Minuten vorgesehen ist, überprüft das Wissen im Bezug auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt. Das bedeutet, die Prüfungsfragen behandeln beispielsweise das Wirtschaftsrecht, Vertrags- und Unternehmensformen, arbeitsrechtliche Inhalte oder gesellschaftspolitische Gesichtpunkte.

Im Anschluss an die schriftliche Prüfung folgt der mündliche Prüfungsteil. Inhalt dieses Prüfungsteils ist eine Fachaufgabe, die der Prüfling selbstständig durchführt und anhand der er unter Beweis stellen kann, dass er nicht nur über theoretisches Wissen verfügt, sondern auch in der Lage ist, komplexe Fachaufgaben, mit denen sich Industriekaufleute typischerweise konfrontiert sehen, in der Praxis zu lösen. Die Durchführung der Fachaufgabe wird dabei in Form eines Reports dokumentiert, der nicht länger sein sollte als fünf Seiten. Dabei fließt dieser Report nicht in die Bewertung mit ein, dient aber dazu, die Präsentation vorzubereiten und bildet ihre Grundlage.

Im Rahmen der Präsentation referiert der Prüfling über seine Fachaufgabe, die Prüfer fungieren zunächst als Zuhörer. Im Anschluss an den Vortrag findet ein Fachgespräch statt, das schwerpunktmäßig die Fachaufgabe und die Präsentation thematisiert, allerdings auch weiterführende Fragen beinhalten kann. Insgesamt sollen die Präsentation und das Fachgespräch dabei aber nicht länger dauern als 30 Minuten.

10 typische Beispielfragen die oft in der Abschlussprüfung IK vorkommen

 

1. Wie definieren sich der kalkulatorische und der pagatorische Gewinn?

 

a) Kalkulatorsicher Gewinn = Ertrag – Aufwand; Pagatorischer Gewinn = Leistung – Kosten

b) Kalkulatorsicher Gewinn = Leistung – Kosten; Pagatorischer Gewinn = Ertrag – Aufwand

c) Kalkulatorsicher Gewinn = Ertrag – Kosten; Pagatorischer Gewinn = Leistung – Aufwand

d) Kalkulatorsicher Gewinn = Leistung – Aufwand; Pagatorischer Gewinn = Ertrag – Kosten

 

2. Wie werden meist wachsende Technologien bezeichnet, deren Know-how eine Schlüsselfunktion für die Teilnahme und den Erfolg im Wettbewerb darstellt?

 

a) Basistechnologien

b) Schrittmachertechnologien

c) Schlüsseltechnologien

d) Entstehende Technologien

 

3. Bei welcher der genannten Unternehmensformen handelt es sich um eine juristische Person des Privatrechts?

 

a) GmbH & Co. OHG

b) GmbH & Co. KG

c) Stiftung & Co. KG

d) GmbH & Co. KGaA

 

4. Wobei handelt es sich im Zusammenhang mit E-Commerce um C2A?

 

a) Verbraucher an Unternehmen

b) Unternehmen an Unternehmen

c) Unternehmen an Regierung

d) Verbraucher an Regierung

 

5. Wobei handelt es sich um ein qualitatives Verfahren bei der Lieferantenbewertung?

 

a) Kosten-Entscheidungsanalyse

b) Bilanzanalyse

c) Preis-Entscheidungsanalyse

d) Nutzwertanalyse

 

6. Wie wird eine Investition bezeichnet, die dazu dient, Investitionsgüter zu ersetzen, die sich im Produktionsprozess abnutzen?

 

a) Bruttoinvestition

b) Ersatzinvestition

c) Reininvestition

d) Rationalisierungsinvestition

 

7. Ein Unternehmen lagert Waren im Wert von 5000 Euro, der Lagerzinssatz liegt für 150 Tage bei 3,5%. Wie viel Zins entgeht dem Unternehmen während dieser Lagerdauer?

 

a) 175 Euro

b) 200 Euro

c) 225 Euro

d) 250 Euro

 

8. Welche Aussage zum Reinvermögen eines Unternehmens aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist so nicht richtig?

 

a) Das Reinvermögen ist die Summe aller Aktiva abzüglich des Fremdkapitals.

b) Gewinne erhöhen das Reinvermögen.

c) Auf Basis von bilanziellen Größen sind Reinvermögen und Eigenkapital nicht gleich groß.

d) Verluste senken das Reinvermögen.

 

9. Ein Unternehmen bestellt eine größere Menge von Waren, nachdem es zuvor ein kostenpflichtiges Muster dieser Ware erhalten hat. Worum handelt es sich dann?

 

a) Kauf auf Probe

b) Kauf zur Probe

c) Kauf nach Probe

d) Spezifikationskauf

 

10. Welche Aussage zu den Vorteilen von Wandelanleihen für den Emittenten ist falsch?

 

a) Durch das Umtauschrecht erhöht sich der Ankaufsreiz für Anleger.

b) Fremdkapital wird zu Eigenkapital, weil nur der nicht umgetauschte Teil getilgt werden muss.

c) Der zu versteuernde Gewinn wird durch die Zinsen gemindert.

d) Das Ausmaß der Kapitalerhöhung kann sicher bestimmt werden.

 

Antworten:

 

1. b

2. c

3. d

4. d

5. d

6. b

7. a

8. c

9. b

10. d