Abschlussprüfung Industriekaufleute mit 10 Fragen der Prüfung

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Abschlussprüfung IndustriekaufleuteIndustriekaufleute arbeiten in den verschiedensten Unternehmen nahezu aller Branchen und übernehmen dort schwerpunktmäßig kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Tätigkeitsbereiche. Insofern gibt es recht vielfältige Aufgaben, die in den Zuständigkeitsbereich der Industriekaufleute fallen können, beispielsweise die Materialwirtschaft, die Produktion, der Vertrieb, das Marketing, das Rechnungs- und Finanzwesen oder auch die Personalabteilung.

Gegen Ende der Ausbildung wird von der zuständigen Industrie- und Handelskammer eine Abschlussprüfung abgenommen, deren vorrangiges Ziel es ist, die Gesamtqualifikation des Prüflings für sein künftiges Berufsleben zu ermitteln. Das bedeutet, im Rahmen der Abschlussprüfung wird einerseits das theoretische Grundlagenwissen abgefragt und andererseits überprüft, ob der Prüfling diese Inhalte verstanden und entsprechend für Problemlösungen anwenden kann.

Die Abschlussprüfung erfolgt schriftlich und mündlich

Die schriftliche Prüfung, die den ersten Teil der Abschlussprüfung darstellt, gliedert sich in drei Themenbereiche, nämlich Geschäftsprozesse, Kaufmännische Steuerung und Kontrolle sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Die Prüfungsfragen im Bereich Geschäftsprozesse behandeln betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte im Zusammenhang mit beispielsweise Beschaffung, Bevorratung, Absatz, Marketing, Leistungserstellung oder Personal. Typische Prüfungsfragen aus dem Prüfungsbereich Kaufmännische Steuerung und Kontrolle befassen sich mit dem Rechnungswesen und dem Controlling und es geht beispielsweise darum, Kosten sowie Geld- und Wertströme zu bewerten und zu erfassen oder Leistungen abzurechnen. Das Fach Wirtschafts- und Sozialkunde ist etwas allgemeiner gehalten und kümmert sich um die Betriebs- und Volkswirtschaft als solches, um arbeits- und wirtschaftsrechtliche Fragen, das Arbeits- und Berufsleben sowie um gesellschaftliche Zusammenhänge. Die Prüfungsfragen lassen sich dabei in vier große Gruppen einteilen.

1.) Multiple-Choice-Fragen sind Fragen, bei denen eine Antwort ausgewählt wird. In den meisten Fällen sind vier Antwortmöglichkeiten vorgegeben, meist ist nur eine davon richtig. Bei diesen Fragen ist entscheidend, auf den genauen Wortlaut zu achten, denn in aller Regel hängt die richtige Lösung von kleinen Details wie beispielsweise Verneinungen ab. Zudem zeigt die Praxis, dass der erste Gedanken meist der richtige Gedanke ist, so dass beantwortete Fragen nicht wieder und wieder gelesen und korrigiert werden sollten.

2.) Offene Fragen werden in eigenen Worten beantwortet. Meist wird bei diesen Fragen nach Beispielen oder Vor- und Nachteilen gefragt oder es gilt, Fachausdrücke zu erläutern und zu definieren. Nach Möglichkeit sollte hier mit Fachbegriffen geantwortet werden, aber es ist nicht nötig, mehr Beispiele aufzuführen als gefordert. Dies hat den Grund, dass für jede Frage eine bestimmte Punktzahl festgelegt ist und sobald diese Punktzahl erreicht wurde, gehen die Prüfer zur nächsten Frage über, Bonuspunkte gibt es somit nicht.

3.) Halboffene Fragen sind Fragen, bei denen Antwortmöglichkeiten vorgegeben sind, die dann bestimmten Aussagen, Beispielen oder Grafiken zugeordnet werden müssen. Auch hier ist, wie bei den Auswahlfragen, eine sorgfältige und gewissenhafte Vorgehensweise sehr wichtig.

4.) Bei Rechenaufgaben wird häufig nur der Lösungsansatz und das Endergebnis verlangt. Dennoch ist es sinnvoll, auch die Zwischenschritte zu notieren, denn sollte sich ein Rechenfehler eingeschlichen haben, werden in der Regel trotz falschem Endergebnis zumindest noch anteilig Punkte vergeben.

Nach der schriftlichen Prüfung folgt der mündliche Prüfungsteil, der aus einer Präsentation und einem Fachgespräch besteht. Hierzu kann der Prüfling ein Thema aus dem Prüfungsbereich Einsatzgebiet wählen und erstellt einen Report, der nicht länger sein sollte als fünf Seiten. Der Report selbst fließt nicht in die Bewertung mit ein, ist jedoch die Basis für die Präsentation. Nach dem Vortrag findet ein Fachgespräch statt, das in erster Linie die vorausgegangene Präsentation zum Thema hat. Im Rahmen des Fachgespräches kann der Prüfling seine Vorgehensweisen und Argumente weiter erläutern und sie mit den Prüfern erörtern, möglich sind jedoch auch weiterführende Fragen, die andere Themenbereiche ansprechen.

10 Beispielfragen aus der Abschlussprüfung der Industriekaufleute die Sie definitiv wissen sollten

 

1. Wie werden Technologien genannt, die neu auf dem Markt sind und deren Know-how durch ein hohes Entwicklungspotential und noch geringe Wettbewerbsrelevanz gekennzeichnet ist?

 

a) Basistechnologien

b) Schrittmachertechnologien

c) Entstehende Technologien

d) Schlüsseltechnologien

 

2. Wie definiert sich der kalkulatorische Gewinn?

 

a) Ertrag – Aufwand

b) Leistung – Kosten

c) Ertrag – Kosten

d) Leistung – Aufwand

 

3. Wie heißen die drei Ziele der Materialwirtschaft?

 

_______________________________________

 

4. Wobei handelt es sich um keine Form des indirekten Vertriebs?

 

a) Handelsverkauf

b) Franchising

c) Kommissionsverkauf

d) Tauschhandel

 

5. Was dient im Einkauf als Hilfsmittel, um verschiedene Produkte im Bezug auf Preis und Leistung miteinander zu vergleichen?

 

a) Linear Performance Pricing

b) Balanced Scorecard

c) XYZ-Analyse

d) Value Engineering

 

6. Ein Unternehmen vergibt einzelne Aufgaben an externe Dienstleister. Dabei behält dieses Unternehmen die Prozesskontrolle, beispielsweise im Hinblick auf Personalverantwortung oder Assets und gibt nur einzelne Funktionen weiter. Wie wird dies bezeichnet?

 

a) Business Process Outsourcing

b) Outtasking

c) Comprehensive Outsourcing

d) Business Transformation Outsourcing

 

7. Wie wird ein Lagerprinzip bezeichnet, bei dem die zuletzt eingelagerten Vorräte zuerst ausgelagert werden?

 

a) Fifo-Prinzip

b) Fefo-Prinzip

c) Lifo-Prinzip

d) Lofo-Prinzip

 

8. Welche Aussage zur Verbrauchsermittlung ist so nicht richtig?

 

a) Die Verbrauchsermittlung ist ein Mittel zur Materialdisposition und ist der Fertigungssteuerung sowie dem Fertigungs-Controlling dienlich.

b) Mithilfe der Verbrauchsermittlung können die Lagerbestände aktualisiert werden.

c) Durch eine retrograde Verbrauchsermittlung werden die Warenausgänge automatisch verbucht.

d) Die Verbrauchsermittlung ermöglicht keine Bewertung der Materialverbräuche in der GuV-Rechnung und im Produktions-Controlling.

 

9. Was ist kein Bestandteil der Distributionskosten?

 

a) Herstellungskosten

b) Lagerkosten

c) Auftragsabwicklungskosten

d) Transportkosten

 

10. Wobei handelt es sich in aller Regel um einen langfristigen Kredit?

 

a) Rembourskredit

b) Lombardkredit

c) Kontokorrentkredit

d) Wandelanleihen

 

Antworten:

 

1. b

2. b

3. Sachziel (=materielle Liquidität), Formalziel (Einsparungspotenziale), Sozialziel/Umweltschutz

4. c

5. a

6. b

7. c

8. d

9. a

10. d