Abschlussprüfung Industriekaufmann mit 10 Fragen der Prüfung

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Abschlussprüfung IndustriekaufmannBei einem Industriekaufmann handelt es sich, wie sich bereits aus der Berufsbezeichnung ergibt, um einen Kaufmann, der in der Industrie tätig ist. Das bedeutet, ein Industriekaufmann findet seine Beschäftigung in Unternehmen nahezu aller Branchen und verschiedener Größen und übernimmt in erster Linie kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Tätigkeiten. Dabei ist das Aufgabenfeld eines Industriekaufmanns verhältnismäßig breit angelegt und neben Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Materialwirtschaft, dem Vertrieb, dem Marketing oder der Produktion können beispielsweise auch das Personalwesen oder das Rechnungs- und Finanzwesen in seinen Zuständigkeitsbereich fallen.

Die Abschlussprüfung beinhaltet einen schriftlichen und einen mündlichen Prüfungsteil

Die Abschlussprüfung, die der angehende Industriekaufmann zum Ende seiner Ausbildung vor der zuständigen IHK ablegt, gliedert sich in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Die Prüfungsinhalte basieren dabei auf einer bundesweit einheitlichen Prüfungsverordnung, die von dem Bundesministerium für Bildung erlassen wird. Den ersten Teil der Prüfung stellt der schriftliche Prüfungsteil dar, der sich mit den Prüfungsbereichen Geschäftsprozesse, Kaufmännische Steuerung und Kontrolle sowie Wirtschafts- und Sozialkunde befasst. Darauf folgt der mündliche Prüfungsteil, der sich in dem Prüfungsbereich Einsatzgebiet aus einer Präsentation und einem Fachgespräch zusammensetzt.

Die schriftliche Industriekaufmann Prüfung

  • Im Rahmen der schriftlichen Prüfung werden die Fächer Geschäftsprozesse, kaufmännische Steuerung und Kontrolle sowie Wirtschafts- und Sozialkunde überprüft. Das Themengebiet Geschäftsprozesse legt die Schwerpunkte auf betriebswirtschaftliche Aspekte und überprüft das Wissen des Prüflings beispielsweise im Hinblick auf Beschaffung, Bevorratung, Absatz, Marketing, Leistungserstellung oder das Personalwesen. Im Prüfungsbereich kaufmännische Steuerung und Kontrolle liegt das Hauptaugenmerk auf dem Rechnungswesen, so dass hier Fragen zu beispielsweise der Erfassung und Bewertung von Kosten, zu Geld- und Wertströmen, zur Abrechnung von Leistungen oder allgemein zum Controlling gestellt werden. Die Fragen im Bereich Wirtschafts- und Sozialkunde behandeln wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge, beispielsweise im Hinblick auf das Wirtschaftsrecht, die Volkswirtschaftslehre oder allgemeine Fragen aus der Arbeitswelt.
  • Sehr viele Prüfungsfragen werden in Form von Auswahlfragen gestellt. Das bedeutet, es wird eine Frage gestellt oder eine Situation geschildert und hierzu werden verschiedene Antwortmöglichkeiten oder Aussagen als Antwortmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Wichtig bei diesen Fragen, sehr genau auf die jeweiligen Formulierungen zu achten. Für das Lösen solcher Fragen gibt es mehrere Möglichkeiten. So kann die Frage zunächst in Gedanken beantwortet und danach eine entsprechende Lösung ausgewählt werden oder der Prüfling geht nach dem Ausschlussprinzip vor. Insgesamt sollten Auswahlfragen allerdings nicht mehrfach korrigiert werden, denn gerade intuitiv beantwortete Fragen werden so häufig fälschlicherweise korrigiert.
  • Offene Prüfungsfragen sind Fragen, die durch eigene Formulierungen beantwortet werden. Dabei sollten nach Möglichkeit immer die Fachausdrücke verwendet und möglichst kurze, jedoch präzise Antworten formuliert werden. Es reicht allerdings aus, die Beispiele oder Argumente auf die geforderte Anzahl zu beschränken, denn Bonuspunkte sind nicht vorgesehen.
  • Für Rechenaufgaben gilt der Tipp, immer den gesamten Lösungsweg zu notieren, weil auf diese Weise auch bei einem falschen Endergebnis infolge eines Rechenfehlers noch Punkte für den richtigen Lösungsansatz möglich sind.

Der zweite Prüfungsteil sieht die mündliche Prüfung vor

Bestandteile der mündlichen Prüfung sind eine Präsentation und ein Fachgespräch. Die Absicht der mündlichen Prüfung besteht darin, zu ermitteln, ob der Prüfling sein theoretisches Grundlagenwissen auch auf die Praxis übertragen und dort anwenden kann, also ob er über die notwendigen Kompetenzen verfügt, um als eigenverantwortlich arbeitender Industriekaufmann auch komplexe, jedoch typische Aufgaben lösen zu können. Die Präsentation wird anhand eines maximal fünfseitigen Reports vorbereitet, wobei der Prüfling das Thema selbst wählen kann. Der Report wird nicht bewertet, bildet jedoch die Grundlage für den Vortrag. Nach der Präsentation folgt ein Fachgespräch mit den Prüfern, das in erster Linie über das Thema der Präsentation geführt wird, jedoch durchaus auch weiterführende Fachfragen beinhalten kann.

10 typische Fragen für die Abschlussprüfung Industriekaufmann

 

1. Welche Rechtsstellung haben ein Handelsvertreter und ein Handlungsreisender gegenüber einem Unternehmen?

 

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2. Welche der folgenden Aussagen zum Beschwerdemanagement ist so nicht richtig?

 

a) Die Servicequalität soll gesteigert werden, indem die Anliegen des Kunden möglichst zügig gelöst werden.

b) Die Kundenzufriedenheit soll wiederhergestellt und die Unzufriedenheit der Kundschaft zeitgleich minimiert werden.

c) Fehler- oder Folgekosten sollen vermieden oder zumindest reduziert werden.

d) Im Hinblick auf die Risiken und Chancen am Markt können die Beschwerdeinformationen nicht genutzt werden, da es sich größtenteils um Einzelfallentscheidungen handelt.

 

3. Wie hoch ist die allgemeine Umsatzsteuer in China?

 

a) 12,5%

b) 17%

c) 19%

d) 24,5%

 

4. Welche Aussage zu den Vorteilen der ABC-Analyse stimmt so nicht?

 

a) Sie zeichnet sich durch die einfache Anwendbarkeit aus.

b) Die Ergebnisse können übersichtlich und graphisch dargestellt werden.

c) Sie berücksichtigt auch qualitative Faktoren.

d) Sie beschränkt sich auf die wesentlichen Faktoren und ermöglicht so auch komplexe Analysen bei überschaubarem Aufwand.

 

5. Wobei handelt es sich nicht um Liquiditätskennzahlen?

 

a) Cash Ratio

b) Acid Test Ratio

c) Current Ratio

d) Economic Value Added

 

6. Bitte nennen Sie die drei möglichen Preisstrategien für ein Produkt.

 

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7. Eine Widerrufsbelehrung muss einige Anforderungen erfüllen, um wirksam zu sein. Welche der folgenden Aussagen hierzu stimmt so nicht?

 

a) Die Widerrufsbelehrung muss deutlich machen, dass der Verbraucher ein Widerrufsrecht hat.

b) Die Widerrufsbelehrung kann als Text auf einer Webseite hinterlegt sein. In diesem Fall muss sie dem Verbraucher nicht dauerhaft in Textform vorliegen.

c) Die Widerrufsbelehrung muss darauf hinweisen, wann die Widerrufsfrist beginnt.

d) Die Widerrufsbelehrung muss Namen und Anschrift desjenigen enthalten, an den der Widerruf zu richten ist.

 

8. Wann bleibt ein Zuschlag steuerfrei?

 

a) Wenn er für Nachtarbeit zwischen 0 und 4 Uhr 50% des Grundlohns nicht übersteigt.

b) Wenn er für Nachtarbeit zwischen 20 und 24 Uhr sowie zwischen 4 und 6 Uhr 40% des Grundlohns nicht übersteigt.

c) Wenn er für Arbeit an gesetzlichen Feiertagen 125% des Grundlohns nicht übersteigt.

d) Wenn er für Sonntagsarbeit 100% des Grundlohns nicht übersteigt.

 

9. Mithilfe welcher Formel wird die Liquidität 1. Grades berechnet?

 

a) liquide Mittel : kurzfristige Verbindlichkeiten

b) Geldvermögen : kurzfristige Verbindlichkeiten

c) Umlaufvermögen : kurzfristige Verbindlichkeiten

d) Fremdkapital : Eigenkapital * 100%

 

10. Wobei handelt es sich um eine Rechtsform für Personengesellschaften, die in allen Ländern der EU genutzt werden kann?

 

a) SCE

b) EWIV

c) SE

d) EVTZ

 

Antworten:

 

1. Handelsvertreter = selbstständiger Gewerbetreibender, der im Namen des Unternehmens und für dessen Rechnung Geschäfte vermittelt oder abschließt; Handlungsreisender = sozialversicherungspflichtig angestellter Verkäufer im Außendienst

2. d

3. b

4. c

5. d

6. Festpreisstrategie, Preiswettbewerbsstrategie, Preisabfolgestrategie

7. b

8. c

9. a

10. b