AEVO Prüfungsfragen mit 10 Prüfungsaufgaben

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AEVO PrüfungsfragenWährend der Ausbilder früher in erster Linie die Rolle desjenigen übernahm, der den Azubi an- und unterwies, seine Leistungen beurteilte und bewertete und zudem zeitgleich als wichtigste Informationsquelle für den Azubi diente, kommen einem Ausbilder heute weitreichendere Aufgaben zu. So fungiert der Ausbilder heute nicht mehr nur als Ansprechpartner, sondern ist vielmehr als Begleiter für die Ausbildung verantwortlich und unterstützt den Azubi darin, zu einem kompetenten Mitarbeiter heranzureifen, der die ihm übertragenen Aufgaben selbstständig planen, umsetzen und kontrollieren kann.

Insofern verfolgt die Ausbildung der Ausbilder in erster Linie das Ziel, die fachlichen und sozialen Kompetenzen zu vermitteln, die notwendig sind, um eine handlungsorientierte Ausbildung begleiten zu können.

Grundlage für eine solche Ausbildung ist die AEVO, die Ausbildereignungsverordnung, ein erfolgreicher Abschluss eines Ausbildungslehrgang wird durch den Ausbilderschein bestätigt. Neben der Tatsache, dass der Ausbilderschein trotz vorübergehender Aussetzung in einigen Berufen nach wie vor zwingend vorgeschrieben ist, um Azubis einstellen und ausbilden zu dürfen, ist der Ausbilderschein eine Qualifikation über arbeits- und sozialpädagogische Fähigkeiten, die bundesweit anerkannt wird und sich somit auch positiv auf die berufliche Karriere des Ausbilders auswirkt.

1.) Grundsätzlich wird die Prüfung nach der AEVO von der jeweils zuständigen Stelle abgenommen. Da der Nachweis über die erforderliche Eignung in erster Linie im Rahmen einer betrieblichen Ausbildung erforderlich ist, werden die Ausbilderprüfungen zum überwiegenden Teil vor den Industrie- und Handelskammern sowie vor den Handwerkskammern durchgeführt, daneben wird die Prüfung auch von beispielsweise den Ärztekammern oder den Rechtsanwaltskammern abgenommen.

2.)Die Prüfung nach der AEVO besteht aus zwei Teilen, nämlich einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Im Rahmen des schriftlichen Prüfungsteils werden die sieben wesentlichen Handlungsfelder eines Ausbilders abgefragt. Diese sind die allgemeinen Grundlagen, die Planung einer Ausbildung, die Teilnahme am Einstellungsverfahren von Azubis, die Ausbildung im Betrieb, die unterstützende Begleitung des Lernprozesses inklusive Hilfestellungen, die Ausbildung in Gruppen sowie das Beenden einer Ausbildung. Wesentliche Absicht des schriftlichen Prüfungsteils ist einerseits die Abfrage des theoretischen Wissens, andererseits jedoch auch die Überprüfung der Fähigkeit, dieses Wissen auf die Praxis zu adaptieren. Daher werden im Rahmen der schriftlichen Prüfung meist zunächst betriebliche Situationen geschildert und anhand dieser Situationen fallbezogene, also praxisorientierte Fragen gestellt.

3.) Der praktische Prüfungsteil sieht entweder eine Unterweisungsprobe oder eine Präsentation vor, die in einem anschließenden Prüfungsgespräch genauer diskutiert wird. Insgesamt ist eine Unterweisungsprobe, die letztlich mit einem Lehrgespräch vergleichbar ist, für den Prüfling meist etwas einfacher zu gestalten. Eine für die meisten Berufe geeignete Methode, auf die im Rahmen der Unterweisungsprobe zurückgegriffen werden kann, ist das sogenannte 4-Stufen-Modell. Dieses gliedert sich in die Stufen Vorbereitung, Zeigen und Erklären, Nacharbeiten und Erklären durch den Azubi sowie wiederholtes Üben. Insgesamt sollte das Lehrgespräch dabei jedoch möglichst wenig Ja- und Nein-Fragen vorsehen, sondern vielmehr einfache Fragen beinhalten, die den Azubi dazu anregen, selbst die richtige Lösung oder eine geeignete Vorgehensweise zu finden.

AEVO Prüfungsfragen

 

1. Grundsätzlich gilt der Gleichbehandlungsgrundsatz. Ist es dennoch zulässig, dass ein Azubi eine Vergütung in Höhe von 350 Euro erhält, während einem anderen Azubi, der den gleichen Beruf erlernt und sich im selben Lehrjahr befindet, eine Vergütung von 360 Euro ausbezahlt wird?

Antwort: ______________________________________________

 

2. Bitte definieren Sie die Begriffe primäre (intrinsische) und sekundäre (extrinsische) Motivation.

 

Antwort: ______________________________________________

 

3. Ein Azubi erkrankt während der vereinbarten Probzeit von drei Monaten und unterbricht die Ausbildung deshalb für sechs Wochen. Verlängert sich seine Probezeit und wenn ja, um welchen Zeitraum?

 

Antwort: ______________________________________________

 

4. Wie heißt die Auflistung, die die staatlich anerkannten Ausbildungsberufe aufführt und von der BIBB in Bonn geführt wird?

 

Antwort: ______________________________________________

 

5. Wie lange darf ein jugendlicher Auszubildender ohne Unterbrechung der Arbeitszeit beschäftigt werden?

 

Antwort: ______________________________________________

 

6. Obwohl ein Azubi nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung nicht übernommen werden sollte, kam dieser am Tag nach der Prüfung in den Betrieb und nahm wie gewohnt seine Tätigkeit auf. Begründet dieses Verhalten einen Arbeitsvertrag auf unbestimmte Zeit?

 

Antwort: ______________________________________________

 

7. Gibt es Ausnahmefälle, die es nicht notwendig machen, ein Ausbildungszeugnis auszustellen?

 

Antwort: ______________________________________________

 

8. Ist es zulässig, eine Probezeit über einen Zeitraum von 6 Monaten zu vereinbaren?

 

Antwort: ______________________________________________

 

9. Bitte nennen Sie die Konsequenzen, die möglich sind, wenn der Ausbilder den ausbildungsvertraglich vereinbarten Pflichten nicht nachkommt?

 

Antwort: ______________________________________________

 

10. Bitte nennen Sie Gründe, die eine berufliche Umschuldung rechtfertigen können.

 

Antwort: ______________________________________________

 

AEVO Prüfungsfragen Antworten

 

1. Prinzipiell muss immer eine angemessene Vergütung ausbezahlt werden, wobei hier die Beträge des jeweils geltenden Tarifvertrages als angemessen gelten. Eine bis zu 20% niedrigere Vergütung für den einen Azubi ist dann zulässig, wenn er keinen Anspruch auf die Vereinbarungen des Tarifvertrages hat.

2. Primäre Motivation = Der Azubi zeigt Interesse an der Sache selbst. Sekundäre Motivation = Der Azubi zeigt Interesse an dem Vorteil, der sich durch das Erlernen der Sache ergibt, beispielsweise eine Gehaltserhöhung oder eine gute Abschlussnote.

3. Die Probezeit verlängert sich um den Zeitraum der Unterbrechung, wenn die Unterbrechung länger andauert als mehr als ein Drittel der vereinbarten Probezeit. In diesem Fall also um sechs Wochen.

4. Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe.

5. 4,5 Stunden, danach muss eine Pause gemacht werden.

6. Ein Arbeitsvertrag auf unbestimmte Zeit setzt ein schlüssiges Verhalten des Ausbilders voraus. Dieses wäre allerdings dann gegeben, wenn der Ausbilder die weitere Anwesenheit des Azubis stillschweigend duldet.

7. Nein. Ein Ausbildungszeugnis muss dem Azubi nach Abschluss der Ausbildung immer und unaufgefordert ausgehändigt werden.

8. Nein, die Probezeit darf maximal 4 Monate lang andauern, jedoch mindestens einen Monat.

9. Der Azubi kann aus wichtigem Grund kündigen; es kann eine Schadensersatzverpflichtung entstehen; die persönliche Eignung kann verloren gehen; die Einstellung weiterer Azubis sowie die Fortführung bestehender Ausbildungsverhältnisse kann untersagt werden; im Fall von Ordnungswidrigkeiten können Geldbußen erhoben werden

10. gesundheitliche Gründe, Änderungen der Strukturen (beispielsweise Abbau des betreffenden Industriezweiges in einer Region), persönliches Interesse, bessere Zukunfts- oder Gehaltsperspektiven