Effektive Methoden, um Problemen in der mündlichen Prüfung zu begegnen

pruefungsfragen

Wer sich rechtzeitig auf den Weg zur Prüfung macht, hat schon ein großes Problem weniger – nämlich Zeitdruck.

Die mündliche Prüfung ist wie jede Prüfungssituation zunächst einmal Stress. Nicht nur, dass Tage vielleicht sogar Wochen und Monate der Prüfungsvorbereitung hinter einem liegen, nein, nun geht es darum, das mühsam erarbeitete Wissen (bzw. eigentlich nur einen Bruchteil davon) auf den Punkt genau abzurufen und zu wohlformulierten Antworten zu machen. Da bei Prüfungen bekanntermaßen nicht immer alles reibungslos läuft, soll dieser Beitrag nun behandeln, wie effektiv mit den „frequently passierenden Problemen“ umgegangen werden kann.

Beginnen wir mit den einfachsten Grundregeln: Die Prüfung ist in 47 Minuten – und Sie sind noch im Schlabberlook zuhause. Das ist kontraproduktiv, denn Zeitdruck verursacht zusätzlich Stress und selbst wenn der Ort der Prüfung nur einen Katzensprung entfernt ist, kann das ganz schön knapp werden. Deswegen gilt:

Tipp 1: Achten Sie darauf, entspannt zu Prüfung zu kommen. Zeitdruck erhöht das Panik-Risiko nämlich deutlich.

Auch Tipp 2 hat noch nichts direkt mit der eigentlichen Prüfungssituation zuhause, sondern beginnt weit im Vorfeld. Wer erst einen Tag vor der Prüfung checkt, welche Formulare mitgebracht werden müssen, kommt schnell ins Schleudern, weil die Unterlagen zunächst gesucht, dann noch kopiert oder gar noch in einem Prüfungsamt abgeholt werden müssen. Deswegen gilt:

Tipp 2: Bereiten Sie allerspätestens zwei Wochen vor der Prüfung alle Unterlagen vor, die Sie für den Tag der Prüfung benötigten. Wer ohnehin zur Fraktion „Taschen-Junkie“ gehört, kann auch die Tasche schon fertig packen und neben den prüfungsrelevanten Unterlagen Schreibsachen reinlegen.

Jetzt geht’s aber richtig los. Die Tür zum Prüfungszimmer öffnet sich, gibt den Blick frei auf die Prüferriege und jeglicher Versuch, sich an den Anfang des Vortrags, der gleich die Prüfung einleiten soll, zu erinnern scheitert.

Tipp 3: Setzen Sie sich nicht selbst damit unter Druck bis eine Sekunde vor der eigentlichen Prüfung ihr Wissen Revue passieren zu lassen, sondern geben Sie sich in diesem Moment die (verdiente!) Auszeit, erst einmal in der Prüfungssituation anzukommen.

Nun ist es an der Zeit für die üblichen Höflichkeitsfloskeln wie „hallo“, „Grüß Gott“ oder dergleichen. Geben Sie gegebenenfalls Prüfungsunterlagen ab, die Sie zur Teilnahme berechtigen und positionieren Sie sich an dem Ort, an den Sie der Prüfer verweist.

Tipp 4: Nehmen Sie sich kurz Zeit, sich in der Prüfungssituation einzurichten. Werden Sie vom Sonnenlicht geblendet, drehen Sie sich etwas. Stehen Sie locker, aber nicht lasch. Atmen Sie tief durch. Blicken Sie mit einem offenen Blick in Richtung der Prüfer. Diese werden dies als Startsignal deuten und mit der Aufforderung zum freien Vortrag loslegen.

Oft jedoch nicht immer stellt der freie Vortrag den ersten Teil der Prüfung dar. Dies hat den Vorteil, dass sich die Bewerber „warmsprechen“ können. Das Paradethema des Vortrags sollte natürlich sitzen, jedoch gilt auch die Wirkung auf die Prüfer während des Vortrags im Blick zu behalten.

So meistern Sie die Fragen in einer Prüfung mit links.

Tipp 5: Beginnen Sie bewusst langsam zu sprechen und steigern Sie sich bis zu dem Tempo in dem Sie trainiert haben. In der Regel können Sie an den vorhandenen oder nicht vorhandenen Stirnfalten der Prüfer sehr genau ablesen, ob die äußere Darbietungsform stimmt.

Anschließend wird die Fragerunde eingeläutet aus der oft nahtlos zu den weiteren Prüfungsfragen übergegangen wird. In der Regel ähnelt eine mündliche Prüfung keiner Quizshow, daher geht es nicht um Tempo, sondern um Inhalt und Darbietungsform.

Tipp 6: Lassen Sie den Prüfer aussprechen. Halten Sie kurz inne, um einen Anfangssatz auf die gestellte Frage zu formulieren, der zu 100 Prozent passt. Anschließend bauen Sie argumentative Fragen nach dem These-Argument-Fazit-Schema auf oder definieren alternativ die Fachbegriffe, nach denen Sie gefragt werden. Lassen Sie sich vom wiederholten Nachfragen des Prüfers nicht irritieren, achten Sie vielmehr genau auf seine Wortwahl. Vielleicht möchte er nur noch ein Details „herauskitzeln“.

Zugegeben, die Tipps klingen so, als wären sie ein leicht nachzuahmendes Schema, aber das scheint nur so, denn wer sich nicht mit dem Prüfungsschema vertraut macht und demzufolge nicht auf den grundlegenden Ablauf vorbereitet ist, für den kann schnell ein harmloses Frage-Antwort-Ritual zum Problem werden. Weniger problembehaftet sind hingegen die Dinge, die bereits im Vorfeld klar waren. Und wenn jeder Prüfling einen Moment seiner Prüfungsvorbereitung ehrlich zu sich selbst ist, dann gehört die Frage, die aus einem anderen Universum zu sein scheint, auch zu jeder Prüfung. Doch was tun Sie, wenn Sie die Frage nicht verstehen?

Tipp 7: Nachfragen! Fragen Sie beim Prüfer nach, was er meint. Sagen Sie ihm, dass Sie die Frage nicht verstanden haben. In der Regel helfen die Prüfer (die nicht per se zu den Unmenschen gehören) den Prüflingen allein schon dadurch auf die Sprünge, dass sie eine Frage umformulieren.

Und natürlich darf zum Finale der Liste der „frequently passierenden Probleme“ auch der Blackout nicht fehlen. Dieser kann nun mal jeden Prüfling ereilen, ohne dass er dies möchte – es passiert einfach. Der Kopf ist leer, das Brett scheint überlebensgroß vor dem Kopf zu stehen und im schlimmsten Fall schlägt sich die körperliche Reaktion auf den Kreislauf nieder.

Tipp 8: Sagen Sie Ihrem Prüfer offen, dass Sie gerade gar nichts mehr wissen. Blackout ist kein Fremdwort für die Prüfer. Bitten Sie ihn um eine Minute Auszeit, vielleicht um ein Glas Wasser, um einen Stuhl oder einen kurzen Augenblick am geöffneten Fenster. Besinnen Sie sich nun wieder auf die Situation, kehren Sie zurück in die Prüfung – und es werden auch die gelernten Inhalte wiederzurückkehren.

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