Gut vorbereitet in typische Situationen bei der mündlichen Prüfung

pruefungsfragen

Lassen Sie sich in der mündlichen Prüfung nicht aus der Ruhe bringen.

Das Schulsystem in Deutschland ist alles andere als ein Einheitsbrei. Zwar wird die Grundschule noch in den meisten Bundesländern auch so bezeichnet, doch wohin sie führen kann, ist nicht mehr mit ein oder zwei Namen fortführender Schulen zu bezeichnen. Ganz ähnlich ist es folgerichtig auch mit dem Inhalt, der an den Schulen unterrichtet wird. Es gibt keine einheitlich geregelten Prüfungen. Die sind, rein politisch betrachtet, nämlich Sache des einzelnen Bundeslandes. Die bunte Schul- und Prüfungswüste Deutschlands beschränkt sich jedoch im Großteil auf die Inhalte, denn eines ist deutschlandweit einheitlich: Es gibt mündliche und schriftliche Prüfungen zu bestehen, daher macht es auch Sinn, gut vorbereitet in typische Situationen bei der mündlichen Prüfung zu gehen.

Die eingangs beschriebene deutschlandweit doch rechte bunte Bildungswüste soll revolutioniert werden. Dafür sprechen sich bereits seit Längerem die Betroffenen aus. Die IfD Allensbach hat die Punkte erfasst, die laut Gesamtbevölkerung und laut Eltern dringend verbessert werden müssen. Wie die folgende Grafik zeigt, spricht sich rund ein Drittel dafür aus, deutschlandweit einheitliche Abschlussprüfungen zu haben.

Statistik: Befragte, die angeben, dass folgende Punkte an Schulen vor allem verbessert werden sollten | Statista

Betrachtet man die Folgen dieses uneinheitlichen Bildungssystems, zeigt sich schon fast eine Konkurrenz der Bundesländer bzgl. der Qualität des Unterrichts – ohne dabei zu berücksichtigen, dass der eigentliche Wunsch ganz deutlich ist: 72 Prozent der Befragten sprechen sich für die Vereinheitlichung der Abschlussprüfungen in den Bundesländern aus, wie diese Statistik zeigt.

Statistik: Stimmen Sie diesen Aussagen zur Rolle von Bund und Bundesländern im Bildungswesen zu? | Statista

Ergo: Bezüglich des Inhalts der Prüfungen besteht Handlungsbedarf. Doch Tendenzen, die dafür sprechen, dass auch bezüglich der Form der Prüfung Veränderungen gefordert sind, gibt es nicht. So beschränkt sich die Amerikanisierung zwar auf den Produkt- und Wortwahl des Nachwuchses, allerdings sind die deutschen Schüler noch weit davon entfernt, Prüfungen im Multiple Choice Verfahren zu schreiben. So gilt: In Deutschland gibt es schriftliche und mündliche Prüfungen. Der Vorteil liegt klar auf der Hand, denn durch die alteingesessene Prüfungsstruktur können typische Situationen abgeleitet werden, auf die es sich gezielt vorzubereiten gilt.

Das Who-is-who der typischen Prüfungssituationen – und wie Sie darauf reagieren

Die Prüfungssituation Die passende Reaktion
It’s Showtime! Die Tür zum Prüfungsraum öffnet sich und vor Ihnen sitzen aufgereiht die Prüfer. Was tun Sie? Sie grüßen freundlich und folgen den Anweisungen. In der Regel werden Sie ebenfalls freundlich begrüßt, vielleicht folgen sogar ein paar Worte Smalltalk. Anschließend wird Ihnen ein (Steh- oder Sitz-)Platz zugewiesen.
Besteht der erste Part aus einer Präsentation (die Struktur der Prüfung kann bereits im Vorfeld erfragt werden), so kann in der Regel gleich damit losgelegt werden. Während der Präsentation gilt: Sprechen Sie in angepasstem Tempo und in angepasster Lautstärke. Formulieren Sie klar und strukturiert. Falls dies passend erscheint, können Sie auch zusätzliche Präsentationsformen (Tafel, Flipchart) nutzen. Beenden Sie den Vortrag nicht nur inhaltlich sondern auch in punkto Tonalität und gegebenenfalls mit einer Nachfrage, ob Sie ein Thema noch detaillierter ausführen sollen.
Der Frageteil beginnt. Der Prüfer stellt die erste Frage. Lassen Sie den Prüfer immer aussprechen. Er muss die Frage bis zu Ende formulieren. Warten Sie ob es noch einen Zusatz gibt wie beispielsweise „erläutern sie die Theorie von Bourdieu … UND … geben Sie ein Praxisbeispiel“. Haben Sie eine Frage nicht genau verstanden, fragen Sie nach. Das kommt in keinem Fall schlecht an bzw. vielmehr ist es sogar ratsam aktiv nachzufragen, als aus Unsicherheit zu schweigen oder falsch zu antworten.
Der Prüfer hat eine Rückfrage. Lassen Sie sich von einer Rückfrage nicht aus der Ruhe bringen. Das muss nicht zwingend heißen, dass Sie etwas falsch oder nicht ausreichend beantwortet haben, sondern vielmehr kann es auch bedeuten, dass sich der Prüfer auf dem Thema quasi „festbeißt“, weil die Anschlussthematik hier an einer bestimmten These weitere Fragen aufwirft, über die er gerne mit Ihnen diskutieren würde.
Der Schockmoment: Der Prüfer steht auf. Keine Panik! Das kann viele Bedeutungen haben. Eine mögliche könnte sein, dass er schnurstracks zu Ihnen kommen – um Ihnen zur bestandenen Prüfung zu gratulieren. Auch kann es sein, dass er selbst zum Textmarker greift, um mit Ihnen die Zeichnung auf dem Flipchart weiterzuführen.

Tipp: Dass eine Prüfungssituation immer auch mit Nervosität und Prüfungsangst zusammenhängt, ist sicherlich jedem klar. Ein bisschen Lampenfieber muss auch – rein biologisch betrachtet – sein, um genügend Adrenalin auszuschütten, um die Prüfung gut zu meistern. Doch Panik sollte sich nicht breitmachen. Denken Sie immer daran, dass ein Prüfer nichts per se gegen Sie hat und Rückfragen auf keiner emotionalen Ebene, sondern auf einer rein fachlichen Ebene zu erklären sind. Wer verinnerlicht, dass der Prüfer nicht der Feind mit Macht ist, der kann entspannter vor die Prüfungskommission treten.

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