Mündliche Abiturprüfung mit 10 typischen Fragen aus der Abi Prüfung

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Mündliche AbiturprüfungAuch wenn sich die Abiturprüfungen in den einzelnen Bundesländern voneinander unterscheiden, so ist neben den schriftlichen Prüfungen eine mündliche Prüfung immer obligatorisch. Dabei bestimmt der Abiturient sein mündliches Prüfungsfach unter Berücksichtung der möglichen Kombinationen durch die Zusammenstellung seiner Grund- und Leistungskurse selbst.

Die mündliche Prüfung als Pflicht- und als Zusatzprüfung

Hinsichtlich der mündlichen Prüfung gibt es prinzipiell zwei Varianten. Zum einen wird ein Prüfungsfach in jedem Fall mündlich geprüft, zum anderen können meist zusätzliche mündliche Prüfungen in den schriftlichen Prüfungsfächern abgelegt werden. Diese Zusatzprüfungen finden dann entweder auf Anordnung des Prüfungskomitees statt, beispielsweise wenn die schriftlichen Ergebnisse nicht ausreichen, um die Abiturprüfung zu bestehen, oder auf freiwilliger Basis, so dass der Abiturient die Möglichkeit hat, seine Ergebnisse zu verbessern. Je nach Bundesland kann das erzielte Gesamtergebnis bei einer mündlichen Zusatzprüfung unterschiedlich ermittelt werden, vielfach fließen die Ergebnisse aus der schriftlichen Prüfung jedoch doppelt und die Leistungen aus der mündlichen Zusatzprüfung in einfacher Gewichtung in die Gesamtnote ein.

Tipps für die mündliche Abiturprüfung

In vielen Fällen wird die mündliche Abiturprüfung als schwieriger und unangenehmer empfunden als die schriftlichen Prüfungen. Dabei weisen mündliche Prüfungen die Minuspunkte auf, dass die Aufgaben nur bedingt in der gewünschten Reihenfolge bearbeitet werden können und allzu große Denkpausen oder ein stockender Vortrag keinen guten Eindruck hinterlassen. Vorteilhaft ist allerdings, dass der Prüfling im Vorfeld einen bestimmten Zeitrahmen erhält, um sich mit den Aufgaben auseinander zu setzen, während der Prüfung mit Notizen arbeiten darf und die mündliche Prüfung insgesamt sehr viel kürzer dauert als die schriftlichen Prüfungen. Zudem gibt es einige Tipps und Tricks, die dabei helfen, etwas ruhiger und entspannter in die Prüfung zu gehen.

  • Wichtig ist, die Vorbereitungszeit effektiv zu nutzen. Hierzu gehört, die Aufgabenstellung genau zu lesen und zu überprüfen, ob die Anforderungen verstanden wurden. Sollten sich Unklarheiten ergeben, kann bei der Aufsichtsperson nachgefragt werden. Zudem ist es hilfreich, die Texte der Aufgabenstellung zu strukturieren, beispielsweise indem wichtige Stellen unterstrichen werden oder indem mit Randnotizen gearbeitet wird. Bei der Ausarbeitung der Notizen für die Prüfung sollten aussagekräftige Stichpunkte verwendet und diese übersichtlich und in der richtigen Reihenfolge aufgeschrieben werden, um zu verhindern, dass unnötig lange Pausen entstehen, weil entsprechende Punkte bei Nachfragen erst umständlich gesucht werden müssen.
  • Während der Prüfung sollte der Prüfling versuchen, möglichst ruhig und dabei freundlich zu bleiben. Außerdem sollte er das Gespräch steuern, beispielsweise indem er Zwischenfragen oder Bemerkungen der Prüfer zwar kurz beantwortet, aber mit Hinweisen wie “bevor ich diesen Aspekt ausführlich behandle, erscheint es mir wichtig, zunächst … zu klären” zu seinem Konzept zurückkehrt.
  • Die Ausdruckfähigkeit spielt bei der mündlichen Prüfung eine große Rolle. Daher sollten Füllwörter wie “ähm” oder “also”, umgangssprachliche Redewendungen, Modewörter und eine zu stark vom Dialekt geprägte Aussprache möglichst vermieden werden. Außerdem sollte deutlich und verständlich gesprochen werden, ratsam sind zudem Blickkontakt und zumindest hin und wieder ein Lächeln.
  • Die Prüfer wissen durchaus, dass der Prüfling nervös und angespannt ist. Daher ist es absolut erlaubt, nachzufragen, wenn eine Frage nicht verstanden wurde. Zudem ist es besser, offen zuzugeben, wenn eine Frage nicht beantwortet werden kann oder der Prüfling den roten Faden verloren hat, denn dadurch können die Prüfer mit Bemerkungen oder Zwischenfragen weiterhelfen.

10 Beispielfragen die fächerübergreifend häufig in der mündlichen Abiturprüfung gestellt werden

 

1. Welches sind die sieben Weltwunder?

 

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2. Welchen Staaten gelang es, sich nach Ende des Dreißigjährigen Krieges zu Nationalstaaten zu entwickeln?

 

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3. Wodurch kam es 1962 zu der sogenannten Spiegel-Affäre?

 

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4. Wodurch kennzeichnet sich in Deutschland Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (Q.b.A) und wie heißt das französische Pendant?

 

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5. Bitte definieren Sie den Begriff Exogamie.

 

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6. Bitte erläutern Sie den Aufbau einer Summenformel.

 

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7. Bitte nennen Sie die wichtigsten Bestandteile menschlichen Blutes.

 

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8. Wer war der Autor von “Heinrich von Ofterdingen“ und wie hieß der Autor mit bürgerlichem Namen?

 

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9. Bitte beschreiben Sie das Leben des Ödipus in kurzen Worten.

 

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10. Was ist ein Oxymoron?

 

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Antworten:

 

1. die hängenden Gärten, der Koloss von Rhodos, das Mausoleum von Halikarnassos, Pharos (Leuchtturm) von Alexandria, Pyramiden von Gizeh, der Tempel in Ephesos, die Zeus-Statue des Phidias

2. Frankreich, England, Schweden und die Niederlande

3. durch einen kritischen Artikel, der das Verteidigungskonzept der Bundeswehr in Frage stellte. Die Spiegel-Redakteure wurden daraufhin verhaftet, heute wird der Ausgang der Affäre als Stärkung der Pressefreiheit gewertet.

4. Der Wein muss aus einer bestimmten Traubenart gewonnen sein, das Lesegut muss einen festgelegten Reifegrad aufweisen, die Trauben müssen aus einem bestimmten, begrenzten Gebiet stammen und der Wein muss eine amtliche Prüfungsnummer auf dem Etikett tragen. Das französische Pendant heißt Appellation d’Origine Contrôlée (AOC).

5. Exogamie bezeichnet die Vorschrift, dass eine Heirat innerhalb der eigenen Gruppe (Clan, Familie, Stamm, Kaste) verboten ist. Der Gegenbegriff ist die Endogamie.

6. Die Summenformel setzt sich aus den Symbolen der enthaltenen chemischen Elemente zusammen. Rechts unterhalb der Atombezeichnung befindet sich eine kleine, tiefergestellte Ziffer, die jeweils deren Anzahl in dieser Verbindung wiedergibt, wobei 1 nicht ausgeschrieben wird. Das Element mit der höheren Elektronegativität steht dabei rechts. Wird das Hill-System verwendet, werden erst Kohlenstoff, dann Wasserstoff und danach alle anderen Elemente in alphabetischer Reihenfolge notiert.

7. Blutplasma und zelluläre Bestanteile in Form von in Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen)

8. Novalis, eigentlich Georg Friedrich Philipp Freiherr von Hardenberg

9. Ödipus ist der Sohn von Laios, dem König von Theben, den er tötet. Weil er Theben von der Sphinx befreit, erhält er als Belohnung Lokaste, die Witwe des Königs, zur Frau. Erst später erfährt er, dass Laios und Lokaste seine Eltern sind, wodurch sich die Voraussagung eines Orakels, er werde Vatermord und Inzest begehen, bewahrheitet.

10. Ein innerer Widerspruch, der durch zwei gegensätzliche Worte gebildet wird. Beispiele sind Hassliebe oder bittersüß.