Prüfungsfragen Heilpraktiker mit 10 Prüfungsaufgaben

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Prüfungsfragen HeilpraktikerEin Heilpraktiker ist eine Person, die dazu berechtigt ist, ohne ärztliche Approbation Heilkunde auszuüben. Dabei handelt es sich bei der Bezeichnung Heilpraktiker um eine geschützte Berufsbezeichnung, die für Außenstehende deutlich macht, dass derjenige, der die Heilkunde ausübt, zwar kein Arzt ist, jedoch eine Prüfung abgelegt hat und infolge dessen über die Erlaubnis zur berufsmäßigen Ausübung verfügt.

Die Arbeitsweise eines Heilpraktikers ähnelt dabei grundsätzlich der eines Arztes, was bedeutet, dass der Heilpraktiker physische und psychische Leiden feststellen und eine entsprechende Therapie durchführen darf, wobei Heilpraktiker für die Diagnose und die anschließende Behandlung verstärkt auf naturheilkundliche und alternativmedizinische Methoden zurückgreifen. Allerdings dürfen Heilpraktiker keine verschreibungspflichtigen Medikamente oder Betäubungsmittel verordnen, keine meldepflichtigen Krankheiten behandeln und nicht in der Zahnmedizin, der Strahlentherapie, der Geburtshilfe und der Leichenschau tätig werden. Die eigentliche Ausbildung zum Heilpraktiker ist nicht verbindlich geregelt, was bedeutet, dass sich der angehende Heilpraktiker sein Wissen sowohl durch den Besuch einer Ausbildungseinrichtung als auch autodidaktisch aneignen kann. Im Gegensatz dazu setzt eine Zulassung allerdings eine amtsärztliche Überprüfung voraus.

  • Zu den Voraussetzungen für die Zulassung zur Heilpraktikerprüfung gehört, dass der Prüfling mindestens 25 Jahre alt ist und ein ärztliches Attest sowie das polizeiliche Führungszeugnis seine körperliche und geistige Eignung für den Beruf bestätigen. Die Prüfung selbst wird von den Gesundheitsämtern abgenommen und gliedert sich in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil.
  • Der schriftliche Prüfungsteil besteht aus 60 Prüfungsfragen, die als Multiple-Choice-Fragen gestaltet sind. Das bedeutet, dass der Prüfling die richtige Antwort aus vorgegebenen Antwortmöglichkeiten wählt, wobei vermerkt ist, wenn mehr als eine Antwortmöglichkeit richtig ist. Für die Beantwortung der Prüfungsfragen hat der Prüfling 120 Minuten Zeit und die schriftliche Prüfung gilt als bestanden, wenn 45 Fragen richtig gelöst wurden. Wichtig bei den Auswahlfragen ist, genau zu lesen und konzentriert vorzugehen, wobei es gilt, besonders auf kleine Details zu achten. Ein probates Mittel zur Lösung von Auswahlfragen ist, die Antwort zunächst gedanklich zu formulieren und anschließend mit den vorgegebenen Antwortmöglichkeiten zu vergleichen oder rückwärts nach dem Ausschlussprinzip vorzugehen. Bei Unsicherheit ist es zudem ratsam, der Intuition zu folgen, da der erste Gedanke in den meisten Fällen auch der richtige Gedanke ist. Empfehlenswert ist es daneben auch, bereits gelöste Fragen nicht nochmals zu überprüfen oder zu korrigieren, da insbesondere intuitiv beantwortete Prüfungsfragen dann plötzlich, jedoch unbegründet falsch erscheinen können.
  • Wurde die schriftliche Prüfung erfolgreich abgelegt, folgt etwa vier bis acht Wochen später die mündliche Prüfung. Diese bewegt sich in einem Zeitrahmen zwischen 20 und 60 Minuten und wird von einem Amtsarzt sowie einem oder zwei Heilpraktikern abgenommen, die als beisitzende Gutachter mitwirken. Im Rahmen der mündlichen Prüfung werden Fachfragen gestellt, durch die Prüfling unter Beweis stellen kann, dass er über die notwendigen Fachkenntnisse verfügt und diese auch praktisch umsetzen kann. Daneben ist auch eine praktische Aufgabe vorgesehen, beispielsweise in Form einer Differenzialdiagnose oder der Nennung und Vorführung von geeigneten Untersuchungsmethoden und Therapieansätzen anhand einer konkreten Fallstellung.
  • Insgesamt sind die Lerninhalte, die während der Ausbildung und Prüfung zum Tragen kommen, weit gefächert und beinhalten eine große Stoffmenge. So muss der Prüfling über Kenntnisse in der Berufs- und Gesetzeskunde, der Anatomie und der allgemeinen Krankheitslehre verfügen, Volkskrankheiten, akute Notfälle sowie lebensbedrohende Zustände erkennen und unterscheiden sowie die Grenzen und Gefahren der Methoden eines Heilpraktikers benennen können. Hinzu kommen Fertigkeiten hinsichtlich der Techniken der Anamneseerhebung, der unmittelbaren Krankenuntersuchung, der Deutung von Laborwerten sowie der Injektions- und Punktionstechniken.

 

Prüfungsfragen Heilpraktiker:

 

1. Welche der genannten Symptome stützen den Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma?

 

1. Kopfschmerzen

2. Übelkeit und Erbrechen

3. Pupillendifferenz

4. Amnesie

5. Bewusstlosigkeit

a) Symptome 1 bis 3

b) Symptome 2 bis 5

c) Symptome 1, 3, 4 und 5

d) alle Symptome

 

2. Welche Aussage trifft auf das Prostatakarzinom nicht zu?

 

a) Es geht vom Drüsengewebe der Vorsteherdrüse aus.

b) Es gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen des Mannes.

c) Die Erkrankung zeigt bereits im Frühstadium Symptome.

d) Bei Männern unter 40 Jahren tritt es praktisch nicht auf.

 

3. Was kommt als Ursache für eine arterielle Hypertonie in Frage?

 

1. Hypothyreose

2. Glomerulonephritis

3. Phäochromozytom

a) 1

b) 1 und 3

c) 2 und 3

d) 1 bis 3

 

4. Wie viel Kochsalz ist abzuwiegen, um 3 Liter einer 0,9%igen NaCl-Lösung herzustellen?

 

a) 27mg

b) 2,7g

c) 27g

d) 270g

 

5. Ein fünfjähriges Kind leidet unter Schüttelfrost, Fieber sowie Kopf- und Bauchschmerzen. Hinzu kommt ein tiefroter Rachen sowie ein Ausschlag in der Leistengegend mit dicht beieinander stehenden, stecknadelkopfgroßen, intensiv roten Flecken. Wie lautet die erste Verdachtsdiagnose?

 

a) Masern

b) Scharlach

c) Röteln

d) Heuschnupfen

 

6. Wann kommt das Tausendgüldenkraut als Droge nicht zur Anwendung?

 

a) zur Stärkung des Verdauungsapparates

b) zur Anregung des Appetits

c) bei mangelnder Bildung von Magensaft

d) bei Magen- und Darmgeschwüren

 

7. Welche Droge wird in Form von Samen verwendet und innerlich in erster Linie gegen Verstopfung eingesetzt, wobei eine äußere Anwendung auch bei Entzündungen möglich ist?

 

a) Leinsamen

b) Kürbissamen

c) Senf

d) Kümmel

 

8. In welchem Referenzbereich liegt das MCV?

 

a) 28 – 33 pg

b) 14 – 18 g/dl

c) 80 – 98 fl

d) 38 – 52 %

 

9. Welches klinische Zeichen kann Hinweise auf eine Entzündung oder degenerative Schäden des Iliosakralgelenks geben?

 

a) Bragard-Zeichen

b) Mennell-Zeichen

c) Schober-Zeichen

d) Gaenslen-Zeichen

 

10. Welche der genannten Erkrankungen passt nicht mit den Symptomen zusammen?

 

a) Lungenödem – grünliches Sputum, Dyspnoe

b) Lungenembolie – thorakaler Schmerz, Hypotonie, Zyanose

c) Lungenemphysem – Dyspnoe, Zyanose, Fassthorax

 

Prüfungsfragen Heilpraktiker Antworten:

 

1. d

2. c

3. d

4. c

5. b

6. d

7. a

8. c

9. b

10. a