Auch während der Prüfungsvorbereitung Probleme einfach lösen

Ausweg aus der Krise Schild

Prüfungszeit = Ausnahmezustand. Woran man das erkennt? Studenten wuseln weniger freudig durch die Gänge der Universität, sondern rotten sich in Bibliotheken oder auf den Gängen der Universität zusammen. Auszubildende tauschen Lernunterlagen aus und treffen sich zu Lerngruppen. Solisten vergraben sich hinter Bücherbergen und Notizen. Nur allzu oft wird genau zu dieser Zeit – also wenn der Körper unter einer enormen Anspannung steht – das kleinste Problem zum riesen Desaster. Es scheint, dass die gesamte Gehirnleistung für die Prüfungsvorbereitung genutzt wird – und problemlösendes Denken nicht mehr möglich ist. Im Fokus sollen nun Maßnahmen stehen, die Probleme einfach lösen lassen.

Die professionelle Variante, in der Prüfungszeit Unterstützung zu erhalten, sind angebotene Coaching-Programme, die es oft auch direkt an den Schulen und Weiterbildungseinrichtungen gibt. Sie zielen darauf ab, kurzfristige Hilfestellungen zu geben und insbesondere lösungsorientiert zu unterstützen. Dazu gehört die Optimierung des Lern- und Arbeitsverhaltens ebenso wie Gespräche über Prüfungsangst. In der Regel sind beim Coaching nur wenige Termine nötig, um akut und kurzfristig Abhilfe zu schaffen – oder herauszufinden, dass ein anderes Hilfsformat nötig ist. Kristallisiert sich beispielsweise Prüfungsangst heraus, die schon zur Phobie ausartet, wird ein temporär begrenztes Coaching-Angebot nicht langfristig helfen können. An dieser Stelle wird der Besuch bei einem Therapeuten empfohlen.

Probleme einfach lösen – so klappt das auch im größten Prüfungsstress

Erkennt man die Gründe für das angespannte Verhalten während der Prüfungsvorbereitung, so zeigt sich der Mechanismus, alle verfügbaren Ressourcen rein auf die Prüfungsvorbereitung zu lenken. Wer mit dieser Igel-Methode klarkommt, sollte dies auch kundtun, um externe Stressfaktoren zu minimieren.

Hier einige Tipps für Igel-Lerner:

  • Eltern und Verwandte können sich häufig nicht mehr an die Prüfungszeit erinnern. Sie liegt schlichtweg zu weit in der Vergangenheit zurück. Um nicht unfair auf etwaige nette Anfragen seitens der Eltern zu reagieren, ist es sinnvoll, ihnen mitzuteilen, wann die Prüfung ansteht und wie der Zeitraum vor der Prüfung ganz individuell geplant ist. Da Eltern in aller Regel nur helfen wollen, können und sollten Prüflinge diese Hilfsangebote nutzen – allerdings nur so, wie es in den Prüfungsvorbereitungs-Plan passt. Das heißt: Essenslieferungen genau timen und Bügelwäsche abgeben spart Nerven und stockt die zeitlichen Ressourcen durchs Nicht-Kochen und Nicht-Bügel auf.
  • Freunde, Partner und Mitbewohner sollten zwar die Effekte der Prüfungsvorbereitung schon aus Erfahrung kennen, aber dennoch hilft es, deutlich auszusprechen: „Achtung, ab jetzt beginnt die heiße Phase. Ich melde mich, wenn ich etwas brauche.“ Das verhindert gut gemeintes aber oftmals nerviges Nachfragen und bietet Problemen durch Auseinandersetzungen erst gar keinen Nährboden.
Einigeln erlaubt! Während der Prüfungszeit müssen auch Eltern akzeptieren, wenn ihre Kinder sich fokussieren wollen. Hilfreich sind hier offene Worte seitens des Nachwuchses.

Neben denjenigen, die sich hinter Bücherstapeln wohlfühlen und die damit gut klarkommen, während der Prüfungsphase nichts, aber auch gar nichts anderes zu machen, gibt es auch diejenigen, die mit diesem Verhalten rein gar nichts anfangen können. Würde man diese freiheitsliebenden Lerner einsperren, wäre der große Prüfungskollaps vorprogrammiert.

Deswegen gibt es auch für diejenigen, die sich nicht vergraben, ein paar Tipps, um Probleme während der Prüfungsphase zu vermeiden.

  • Auszeiten sollten sinnvoll genutzt werden. Und mit Auszeiten ist in diesem Fall nicht einfach nur die sprichwörtliche Mütze voll Schlaf gemeint, sondern eine aktive Auszeit von Fachbüchern und Skripten. Wer also ohnehin nicht zu den Non-Stop-Paukern gehört, kann die freie Zeit auch nutzen, um mit Familie und Freunden Zeit zu verbringen. Je nachdem wie diese eingespannt sind, kann die Auszeit relativ spontan genommen werden – oft reicht ein Anruf und der Spaziergang am See oder das gemeinsame Abendessen sind gebongt.
  • Alternativen sind natürlich in jedem Fall Sport und viel Bewegung an der frischen Luft. Ein Abend in der Bar oder der Diskothek empfiehlt sich im Übrigens als Auszeit weniger, denn so lässt sich die „Auszeit“ nur schlecht auf ein paar Stunden am Abend begrenzen, denn meist ist der Folgetag dann auch noch mehr als ineffizient.

Zeitmanagement und Arbeitsmethodik sind bei der Prüfungsvorbereitung entscheidend

Ganz grundsätzlich betrachtet entstehen Probleme bei der Prüfungsvorbereitung in erster Linie dadurch, dass zu wenig Zeit für den Prüfungsstoff zu sein scheint und auch, dass der Lernstoff einfach nicht im Kopf bleiben will. Abhilfe können da zwei Dinge schaffen:

1.) ein vernünftiges Zeitmanagement. Darunter versteht man die Zuordnung des Prüfungsstoffes zu den zeitlichen Ressourcen, die für die Prüfungsvorbereitung zur Verfügung stehen. Achtung: Neben dem bloßen Büffeln muss auch Zeit für Essen und Schlafen eingeplant werden, die auch im noch so großen Prüfungsstress besonders wichtige Auszeiten darstellen und als Energiespender fungieren.

2.) eine gut funktionierende Arbeitsmethode. Methoden, wie der Lernstoff in den Kopf kommt, gibt es fast unzählig viele. Wichtig ist, die individuell passende Lernmethode zu finden und nicht nur das Lernen von Fachwissen zu beherrschen, sondern auch Übungen und Wiederholungen einzubauen, um den Lernstoff effektiv und langfristig abrufbar zu machen.

Folglich gilt: Das A und O einer problemlosen Prüfungsvorbereitung ist es, offen über die stressige Prüfungsphase zu informieren und das Selbstmanagement gut zu beherrschen.

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