In wenigen Schritten ein Fachbuch büffeln!? So funktioniert’s!

Herzlichen Glückwunsch an all diejenigen, die mit der Fähigkeit gesegnet sind, ein Fachbuch zu lesen, sich auch noch so komplizierte inhaltliche Zusammenhänge zu merken und diese dann auch noch zur rechten Zeit – also pünktlich zur Prüfung – wieder abrufen zu können. Das funktioniert nur leider bei den wenigsten Schülern, Studenten und auch Erwachsenen, die beispielsweise eine Weiterbildung absolvieren. Also muss eine Alternative zum bloßen „Lesen“ her. So funktioniert das Büffeln eines Fachbuches in wenigen Schritten …

Diejenigen, die wie eingangs bereits erwähnt, Lesen und Lernen in einem Aufwasch können, werden an dieser Stelle einmal vernachlässigt, denn schließlich geht es nun um diejenigen, die sich mit dem Lehrstoff intensiv auseinandersetzen müssen – und dabei gibt es mehrere Möglichkeiten:

1.) Möglichkeit 1 ist, die Inhalte möglichst detailliert zu extrahieren und in eigenen Worten zusammenzuschreiben. Das funktioniert durch bloßes Lesen aber auch durch das Anstreichen mit einem farbigen (oder alternativ sogar mehreren farbigen) Textmarkern und dem anschließenden Zusammenschreiben der hervorgehobenen Textteile. Wichtig ist: Die Inhalte des Fachbuches müssen aus dem Buch herausgelöst werden. In aller Regel wird mit dieser Methode allerdings zu viel Input extrahiert – und das heißt, dass im Folgenden immer weitere Zusammenfassungen angefertigt werden müssen, die mit zunehmendem Lernerfolg immer ungenauer werden. Das heißt, was mit seitenlangen Exzerpten beginnt, kann am Ende auch in wenigen Klebezetteln enden, die zur finalen Prüfungsvorbereitungen dienen.

2.) Ebenfalls ums Zusammenschreiben geht es bei Methode Nummer 2. Bei dieser Variante werden jedoch nicht Lernkapitel in der vorgegebenen Form extrahiert, sondern Inhalte so gebündelt, dass sie dem Thema dienen. Je nachdem um welchen Themenkomplex es sich handelt, können aus einem Lernkapitel nämlich auch mehrere verschiedene Zusammenfassungen oder kleinere Lerneinheiten entstehen. Denkbar ist zum Beispiel, Fachbegriffe und deren Erläuterungen auf Karteikarten zu notieren, kausale Zusammenhänge in einem Diagramm darzustellen und als zusammenfassendes, grafisches Element ein Mindmap anzufertigen. Anschließend kann via Lernstoff-Hopping einmal Fachwissen (von Karteikarten) gelernt werden und zu einem anderen Zeitpunkt der Zusammenhang der Themenbereiche noch einmal verinnerlicht werden.

3.) Wer ein besonders ausgeprägtes visuelles Denkvermögen hat, kann auch mit der unter 1.) beschriebenen „Anstreich-Methode“ arbeiten – und sich dabei vielleicht sogar die ein oder andere Schreibübung sparen. Allerdings braucht das farbige Markieren von fachlichem Inhalt ein System. Das heißt: Fachbegriffe werden immer in einer Farbe markiert. Zusammenhänge durchgängig in einer anderen Farbe. Nur so kann das Auge beim Wiederholen der angestrichenen Passagen auf den ersten Blick merken, welche Inhalte wo zuzuordnen sind. Auch wer mit der Anstreich-Methode gut klarkommt, muss sich nicht zwingend darauf beschränken, denn auch hier kann es mal hapern. Tipp: Besonders schwierige Inhalte oder solche, die auch beim wiederholten Lernen nicht im Kopf bleiben wollen, können zusätzlich noch herausgeschrieben werden.

Via Arbeitsteilung ein Fachbuch büffeln

Gilt es, eine große Menge an Prüfungsliteratur zu stemmen, kann eine Lerngruppe ein effektiver Weg sein, um ein Fachbuch zu büffeln.
Gilt es, eine große Menge an Prüfungsliteratur zu stemmen, kann eine Lerngruppe ein effektiver Weg sein, um ein Fachbuch zu büffeln.

Nachdem es sich meist nicht nur um ein Fachbuch handelt, welches für eine einzige Prüfung vorbereitet werden soll, kann die Gründung einer Arbeitsgruppe durchaus sinnvoll sein. Dabei geht es nicht nur darum, nach dem Prinzip „geteiltes Leid ist halbes Leid“ zu verfahren, sondern vielmehr geht es um die Aufteilung des Lernstoffs. In der Regel werden die Lernkapitel unter den Gruppenmitgliedern aufgeteilt. Wichtig ist, sich auf eine einheitliche Form der inhaltlichen Aufbereitung zu einigen, die auch für jedes Gruppenmitglied anwendbar ist.

Praxisbeispiel: Ein Fachbuch wird in folgende Einzelteile gesplittet (die auch alleine möglich wären)

  • Fachbegriffe werden tabellarisch gelistet
  • Thesen und Argumente werden so zusammengefasst, dass zusammenhängenden Annahmen und Begründungen stichpunktartig untereinander gelistet werden
  • Fallbeispiele werden kurz zusammengefasst

Hat jedes Gruppenmitglied den zugeteilten Inhalt in der vorgeschlagenen Struktur aus dem Fachbuch herausgeschrieben und entsprechend zusammengefasst, treffen sich die Gruppenmitglieder – und erläutern sich gegenseitig die „eigenen Inhalte“. Je nach Intention der Lerngruppe lernen nun die anderen Gruppenmitglieder von den Zusammenfassungen des anderen – oder lesen das Kapitel selbst noch und ergänzen etwaige Inhalte gegebenenfalls.

Andere Bücher – andere Lesemethoden

Während bei einem Fachbuch sicherlich der meiste Inhalt essentiell wichtig ist und in der Regel auch in Form einer nahenden Prüfung abgefragt wird, so gibt es natürlich auch andere Leseformen. Nachdem es die Form des „Genuss-Lesens“ in der Hängematte, im Bett, in der Badewanne oder auf der Hollywoodschaukel nur selten in Zusammenhang mit Schule, Studium oder Weiterbildung gibt (denn dabei drängt meist die Zeit), sei diese Variante hier einmal ausgeklammert.

Allerdings gibt es auch die Option, ein Buch nicht komplett zu lesen, es aber dennoch zu erfassen. Mit den folgenden Tipps klappt das:

  1. Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, ein Buch komplett lesen zu müssen. Wer sich gedanklich davon befreit, lebt um einiges leichter und kann sich auf die wesentlichen Punkte des Buches konzentrieren, die oft zu Beginn oder am Ende des Kapitels noch einmal zusammengefasst werden.
  2. Konkretisieren Sie Ihr Anliegen! Notieren Sie sich, welche Fragen Sie an das Buch haben und was Sie sich von der Lektüre erwarten. Je weniger Fragen Sie haben, desto schneller werden Sie die Lektüre abgeschlossen haben, denn umso einfacher werden Sie die Antworten auf Ihre Fragen finden. Tipp: Intuitives Blättern oder ein genauer Blick ins Inhaltsverzeichnis können die vorhandene Lesezeit sehr effektiv gestalten.
  3. Erfassen Sie die Struktur des Buches. In der Regel folgt der Aufbau von Büchern einem Schema, das Ihnen hilft, die für Sie relevanten Themen ausfindig zu machen. Wie unter Punkt 1.) schon vermutet sind der Anfang und das Ende eines Kapitels besonders relevant. Bestätigt sich diese Hypothese, können Sie einige Seiten einfach übergehen.

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