Mit Homöopathie Prüfungsangst lindern

Mit Homöopathie Prüfungsangst lindernPrüfungsangst ist komplex. Prüfungsangst kann lähmend sein. Und Prüfungsangst kann sich als massives Lampenfieber oder als panikartige Phobie äußern. Je nach dem Grad der Einschränkung, der durch die Prüfungsangst erfolgt, muss auch eine entsprechende Bewältigung erfolgen. Dabei gibt es diverse Therapiemethoden, um den Angstzustand aufzulösen. Eine Möglichkeit findet sich in der Homöopathie. Was dahinter steckt, soll nun erklärt werden.

Was steckt eigentlich hinter dem Begriff „Homöopathie“, der zum Trendbegriff geworden zu sein scheint? Homöopathie bedeutet – übersetzt aus dem Griechischen – „ähnliches Leiden“. Die sogenannte Ähnlichkeitsregel („similia similibus curentur“), d.h. die Annahme dass eine geringe Menge eines Naturstoffs beim Menschen zu ähnlichen Symptomen führen kann wie eine bestimmte Krankheit, bildet dabei eines der Grundprinzipien der homöopathischen Lehre.

Der deutsche Wegbegründer der Homöopathie war Samuel Hahnemann. Der Arzt und Chemiker lebte von 1755 bis 1843 und setzte diese sowohl sanfte als auch wirkungsvolle Methode ein. 1790 wagte er den Selbstversuch und testete Chinarinde, die zu dieser Zeit als Heilmittel gegen die meist tödlich verlaufende Malaria-Erkrankung eingenommen wurde – und siehe da: Hahnemann bekam dieselben Symptome wie ein Malariakranker. Seine Folgerung: Chinarinde in homöopathischen Dosen zu verabreichen könnte Malaria heilen. 1813 feierte Hahnemann Erfolge mit seiner Homöopathie im Rahmen einer Typhusepidemie.

Soviel zu den Grundlagen und den geschichtlichen Wurzeln der homöopathischen Heilung, doch eins bleibt insbesondere auch vor dieser Herangehensweise unklar: Welches Kraut ist gegen die Prüfungsangst gewachsen?

Das ABC der homöopathischen Mittel gegen Prüfungsangst

Offensichtlich ist auch gegen die Prüfungsangst ein natürliches Kraut gewachsen. Folgende Mittel aus der Homöopathie haben sich hier bewährt:

Aethusahilft dabei, den Lernstoff zu verarbeiten, das Gefühl von Überarbeitung zu minimieren, Ablenkungen zu widerstehen
Agaricushilft bei Muskelzucken und innerer Unruhe
Alumniahilft den Geist zu reaktivieren
Ambrahilft dabei sich zu konzentrieren, zu fokussieren und negative Gedanken loszulassen
Anacardiumhilft die Merkfähigkeit zu verbessern und Versagensängste abzubauen
Argentum Nitricumhilft gegen Zittern, Durchfall, Harndrang und Herzklopfen
Arsenium Albumhilft innere Unruhe und krankhafte Akribie in den Griff zu bekommen
Gelsemiumhilft bei den meisten körperlichen Symptomen von Prüfungsangst wie Zittern, Taubheitsgefühlt, Müdigkeit und Herzklopfen
Hydrogeniumhilft sich auf die Prüfungssituation zu konzentrieren und gedanklich bei der Sache zu bleiben
Kalium Phosohoricumhilft bei Blackout und Schüchternheit
Lycopodiumhilft die Angst zu minimieren, die einen am Vortag einer Prüfung beschleicht
Siliceahilft bei Versagensängsten, Schüchternheit, Angst vor Öffentlichkeit
Strophantushilft, wenn Kinder in Prüfungen versagen, ohne vorher Anzeichen von Versagen gezeigt zu haben
Zincumhilft gegen Schwäche und Müdigkeit

In Apotheken werden zunehmend sogenannte Komplexmittel angeboten. Diese enthalten Kombinationen diverser homöopathischer Mittel. Jedes einzelne Globuli beinhaltet alle wichtigen Wirkstoffe. Ziel ist es, einen Komplex an Symptomen ganzheitlich zu behandeln. Komplexmittel gibt es auch gegen Prüfungsangst, denn dabei tritt ja auch eine ganze Reihe an Symptomen parallel zutage.

Ein Beispiel ist das Globuli D12 aus Aconitum, Argentum Nitricum, Arsenium Album, Gelsemium und Ignatia. Damit wird die komplette Bandbreite an Symptomen – von Herzklopfen, Unruhe und Angstzuständen bis hin zu Schwindel, Aufregung, Prüfungsangst, Gastroenteritis, Erregbarkeit und Melancholie in einem bekämpft. Das homöopathische Mittelchen kann von Erwachsenen alle zwei Stunden (je 5 Globuli) eingenommen werden, ab dem 3. Tag sollte auf zweimal fünf Globuli reduziert werden. Die Kinderdosis beträgt zweimal drei Globuli bzw. zweimal ein Globuli bei Neugeborenen. Vor der Einnahme ist dringend die genau Dosis seitens des jeweiligen Herstellers zu überprüfen.

Globuli erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.
Globuli erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Homöopathie in der Praxis

Wie die meisten alternativen Methoden ist auch die Homöopathie nicht unumstritten. Wissenschaftlich betrachtet gibt es jedoch kaum Erklärungen, die auf Nachteile und Risiken der Homöopathie hinweisen könnten außer der Tatsache, dass die Homöopathie immer dann an ihre Grenzen stößt, wenn die Krankheit zu schwer oder gar lebensbedrohlich ist, wenn ein lebenswichtiger Stoff im Körper fehlt wie beispielsweise bei der Diabeteserkrankung oder wenn es sich um eine schwere Infektionskrankheiten handelt.

Wer auf homöopathische Mittel setzt, sollte Zeit mitbringen, denn anders als bei der klassischen Medizin, brauchen die Mittel Zeit, um zu wirken. Das heißt, dass die meisten homöopathischen Mittel nicht wirken, wenn sie erst dann eingenommen werden, wenn die Prüfung schon kurz bevorsteht. Ganz im Gegenteil! Oft nämlich kommt es nach der ersten Einnahme zur sogenannten „Erstverschlimmerung“, da ja, wie eingangs erwähnt, Gleiches mit Gleichem behandelt werden soll. Zudem kann es unter Umständen länger dauern, bis das passende homöopathische Mittel gegen Prüfungsangst gefunden wurde. Also gilt: Rechtzeitig auf die Suche nach einem geeigneten Mittel machen und auf professionelle Hilfe bauen.

Auf der Seite der Vorteile hingegen steht die in der Regel bessere Verträglichkeit, da die Medikamente nicht auf chemischer Basis beruhen. Sie werden in der Regel aus Pflanzen, Mineralien und teilweise tierischen Substanzen hergestellt. Oft sind homöopathische Mittel günstiger als klassische Medikamente und nicht verschreibungspflichtig. Zudem punkten insbesondere Globuli mit ihrer langen Haltbarkeit.

Die folgende Grafik zeigt, was die Deutschen über homöopathische Arzneimittel denken:

Statistik: Welche dieser Eigenschaften treffen Ihrer Meinung nach auf homöopathische Arzneimittel zu? | Statista

Auch für homöopathische Mittel gibt es einen Qualitätsstandard, der von der Deutschen Homöopathie Union überwacht wird. Im Fokus stehen dabei die Wirkungsstärken, die als Potenzen bezeichnet werden. Grundsätzlich gilt: Je geringer die Potenzierung ist, desto höher ist der Anteil an der nachweisbaren Ursubstanz – und desto stärker ist auch die Wirkung. Aber Achtung: Auch homöopathische Mittel sind Medikamente, die idealerweise unter Kontrolle eines Fachmannes eingenommen werden.

Bildnachweis: Dr. Leonora Schwarz/pixelio.de