Prüfungsvorbereitung: So klappt’s am besten mit der Konzentration beim Lernen

Wer weiß, woher die Ablenkung kommt, kann Strategien entwickeln, um sich auf den Lernstoff zu fokussieren.

Motivation und Konzentration müssen beim Lernen Hand in Hand gehen, damit das Pauken auch von Erfolg gekrönt ist. Ziel einer wertigen Prüfungsvorbereitung ist es also, das Potenzial zu erkennen und in Leistung umzuwandeln. Mangelndes Konzentrationsvermögen ist beim sogenannten „Lust-Typ“ oft auf die täglichen Ablenkungen des Lebens zurückzuführen. Der „Angst-Typ“ hingegen ist zwar motiviert, aber seine Angst lähmt seine Konzentrationsfähigkeit. Doch wie klappt’s am besten mit der Konzentration auf den Lernstoff?

Um zu begreifen, wie das Konzentrationsvermögen verbessert werden kann, muss zunächst einmal erklärt werden, was die Konzentration stört. Die nachfolgende Tabelle soll Aufschluss über die möglichen Störfaktoren geben und Lösungen aufzeigen, diese auszuschalten.

Grund für die Konzentrationsstörung Lösung für die Konzentrationsstörung
Wer nicht konsequent genug ist, Gedanken zu Ende zu führen, dem fehlt es oft auch daran, Gesprächspartnern Aufmerksamkeit zu schenken. Reizüberflutung lassen die Person oft fahrig wirken. In Übungen werden die Reize extrahiert, die für die Ablenkungen zuständig sind. Diese werde notiert und so verinnerlicht, dass beim Auftreten quasi ein Warnsignal ertönt, was hilft, sich gegen die Ablenkung durch den Impuls durchzusetzen.
Die Angst, etwas zu verpassen und sich dadurch ständig etwaigen Ablenkungen hinzugeben, erschwert die Fokussierung auf den Lernstoff. Auch hier handelt es sich um eine Art Reizüberflutung, die allerdings extern provoziert wird. Nach dem physisch existierende Ablenkungen (Handy und Co.) aus dem Arbeitsbereich verschwunden sind, kann per Meditation das Gedankengerüst so gestärkt werden, dass es auch nicht mehr zur psychischen Ablenkung kommen kann.
Mit dem einen oder anderen Fach auf Kriegsfuß zu stehen, ist legitim, doch wenn sich diese Ablehnung auf alle zu lernenden Inhalte ausweitet, helfen keine Sanktionen (die oft seitens der Eltern ausgesprochen werden) mehr. Zunächst müssen die Gründe für das Abwehrverhalten erkannt werden. Dann müssen diese systematisch beseitigt werden. Oft gelingt das schon über eine optimale Arbeitsatmosphäre, gute Lerntechniken sowie eine Belohnung. Ist die Ablehnung schwerwiegender, wird oft zur Verhaltenstherapie geraten.
Wer unter starken Stimmungsschwankungen leidet und nicht die Fähigkeit besitzt, Gedanken, Emotionen und Impulse zu steuern, kann Probleme dabei haben sich zu konzentrieren – und auch diese Unfähigkeit zu definieren. Häufig ist die Frustrationsschwelle bei Nicht-Gelingen vergleichsweise niedrig. Meditationsübungen können helfen, die Steuerbarkeit der psychischen Vorgänge zu verbessern und sich selbst umzuprogrammieren. Durch Fallbeispiele und Übungen kann die Kommunikationsfähigkeit verbessert werden, was wiederum zu einem erfolgreicheren und zielstrebigeren Handeln führen kann. Um den Teufelskreis der Frustration zu durchbrechen, muss das Reaktionsmuster aufgedeckt und durch alternatives Verhalten ersetzt werden.
Mangelndes Selbstvertrauen führt oft zu einer strengen Schematisierung des Lernstoffes wobei die kleinste Abweichung schon zum Problem werden kann. Eine ähnliche Form der Ausprägung ist der Mangel an Selbstliebe, übertriebener Altruismus oder gar Egoismus. Überschaubare Lerninhalte und Geduld helfen dabei, weniger schematisch und stärker intuitiv zu lernen und die Lerninhalte auch abzurufen. Gezielte Übungen und eine begleitende Therapie können dabei helfen, das seelische und körperliche Wohlbefinden zu optimieren – und Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit zu verbessern.
Flüchtigkeitsfehler in einer Prüfung liegen oft schon in der Prüfungsvorbereitung begründet. Dann nämlich, wenn mangelnde Achtsamkeit vorliegt. Konzentrationsübungen helfen, die freie Aufmerksamkeit zu bündeln und gezielt auf den Lernstoff auszurichten.
Mangelnde Selbstdisziplin verhindert konzentriertes Arbeiten. Das eigentlich vorhandene Potenzial wird so nur marginal ausgeschöpft. Hier wirkt ein Schock oft als „Aha“-Erlebnis. Wer die Folgen der mangelnden Leistungen vor Augen geführt bekommt, kann das zu einem Umdenken führen. Disziplin wird zunächst im Alltag eingeübt und anschließend auf große Ziele übersetzt.
Ist die Lernmethode ineffizient, kann dies schnell zu Frustration führen, denn es wird Zeit ins Lernen investiert – ohne dass ein Erfolg ersichtlich wird. Ziel muss sein, aus den unterschiedlichsten Lernformen die herauszufinden, die sowohl zum Abspeichern als auch zum Abrufen der Informationen besonders effektiv ist. Ein Lerncoach kann hier Unterstützung bieten.
Stress in der Familie, persönliche Belastungen und die „blöden Lehrer“ – all diese Extremsituationen können zu mangelndem Konzentrationsvermögen führen. Auch wenn es langwierig sein wird: Die Auflösung der Konfliktsituationen ist nötig, um den Fokus der Gedankenleistung auf Konzentration zu setzen – und nicht auf die Probleme im persönlichen Umfeld. Auch Konflikte mit Lehrern müssen entschärft werden. Trotz kann hier keine zielgerichtete Lösung sein und muss der Motivation weichen.
Bei Stress bekommt das Gehirn nicht mehr genug Sauerstoff. Auch bei Schmerzen werden Vitalität und Denkvermögen eingeschränkt. Atem- und Entspannungsübungen können dabei helfen, Stress abzubauen. Bei Schmerzen muss Ursachenforschung betrieben werden, um einen medizinischen oder einen therapeutischen Weg der Heilung zu beschreiten.
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Der perfekte Rahmen der Prüfungsvorbereitung

Manchmal hilft nur noch ein Tapetenwechsel und dann klappt es auch wieder mit der Konzentration auf die Prüfungsvorbereitung.

Nach all den die Konzentration störenden Punkten, ist es nun ratsam, einen perfekten Rahmen für eine konzentrierte Prüfungsvorbereitung zu kreieren – und zu versuchen dieses Gedankenkonstrukt Schritt für Schritt in die Realität umzusetzen. Neben der motivierenden Arbeitsatmosphäre (unabhängig davon ob der Arbeitsplatz aufgeräumt ist oder nicht) muss die passende Lernmethode eruiert werden. Diese kann durchaus variabel sein, denn das Auswendiglernen von Faktenwissen bedarf anderer Methoden als die Ausführung komplexer Berechnungsmodelle.

Nun muss innere Ruhe, Konzentrationsfähigkeit und Motivation gebündelt werden. Wer sich etappenweise diesem idealen Rahmen der Prüfungsvorbereitung nähert und nicht durch emotionale Stresssituationen belastet wird, kann höchste Konzentration beim Lernen erreichen.

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