Aktualisiert am 23. September 2026 von Redaktion
Die Berufsbezeichnung Mechatroniker leitet sich von dem fachübergreifenden Themenbereich Mechatronik ab, der sich seinerseits aus den Gebieten Mechanik, Elektrotechnik und Elektronik zusammensetzt und durch die Steuerungstechnik sowie die Informationstechnik erweitert wird. Insofern ist ein Mechatroniker zeitgleich Elektro- und Metallfachkraft und kann aufgrund seiner Ausbildung selbstständig an elektrischen und mechanischen Anlagen arbeiten.
Das Hauptaufgabenfeld des Mechatronikers liegt in der Montage, der Instandsetzung und der Wartung von komplexen Maschinen und Anlagen, daneben sind Mechatroniker auch im Service tätig oder wirken an der Herstellung firmenspezifischer Produkte und Systeme mit. Die 3 1/2-jährige Ausbildung dieses im Sinne des Berufsbildungsgesetzes anerkannten Ausbildungsberufes endet mit einer Abschlussprüfung, die von der zuständigen Industrie- und Handelskammer abgenommen wird.
Die Abschlussprüfung besteht aus Teil 1 und Teil 2
Die Abschlussprüfung wird als gestreckte Abschlussprüfung durchgeführt. Teil 1 findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und besteht aus einer komplexen Arbeitsaufgabe mit situativen Gesprächsphasen und schriftlichen Aufgabenstellungen (insgesamt höchstens acht Stunden); er geht mit 40 Prozent in das Gesamtergebnis ein. Teil 2 am Ende der Ausbildung umfasst den praktischen Prüfungsbereich Arbeitsauftrag sowie schriftliche Prüfungsbereiche und zählt 60 Prozent. Grundsätzlich geht es bei der Prüfung darum, die Kenntnisse zu überprüfen, die der Prüfling während seiner Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule erworben hat, und es wird ermittelt, ob er über die notwendigen Qualifikationen verfügt, um die typischen Problemstellungen des Berufsalltags zu erkennen, zu beurteilen und zu lösen. In anderen Worten ausgedrückt bedeutet das, dass der Prüfling mit der Prüfung unter Beweis stellen kann, dass er während seiner Ausbildung zu einem Mechatroniker herangereift ist, der eigenverantwortlich und selbstständig arbeiten kann.
Im Prüfungsbereich Arbeitsauftrag führt der Prüfling entweder einen betrieblichen Auftrag oder eine praktische Aufgabe durch. Dabei kann die Arbeitsaufgabe darin bestehen, ein mechatronisches System zu errichten, zu ändern oder instandzuhalten und in Betrieb zu nehmen, inklusive der Planung der notwendigen Arbeitsschritte, der Montage oder Demontage sowie dem Ändern oder Konfigurieren von Programmen. Für die Durchführung des betrieblichen Auftrags sind 20 Stunden vorgesehen; der Prüfling dokumentiert ihn mit praxisbezogenen Unterlagen. Anschließend folgt ein auftragsbezogenes Fachgespräch von höchstens 30 Minuten. Hierbei geht es in erster Linie um den betrieblichen Auftrag, der in diesem Rahmen weiter erläutert, ausgeführt und erörtert werden kann, allerdings sind durchaus auch weiterführende Fragen seitens der Prüfer möglich. Wer stattdessen eine praktische Aufgabe bearbeitet, führt dabei ein begleitendes Fachgespräch von höchstens 20 Minuten.
Die schriftlichen Prüfungsbereiche von Teil 2 sind Arbeitsplanung (105 Minuten), Funktionsanalyse (105 Minuten) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten). Insofern wird hier vor allem das theoretische Grundlagenwissen überprüft, das in der Berufsschule vermittelt wurde. Ein Großteil der Fragen ist als Multiple-Choice-Fragen gestaltet, was bedeutet, dass der Prüfling seine Antwort aus mehreren vorgegebenen Möglichkeiten wählt. Hierbei ist es sehr wichtig, die Fragen und Antworten sehr genau zu lesen. Sofern offene Fragen gestellt werden, also Fragen, die der Prüfling in eigenen Worten beantwortet, sollte er nach Möglichkeit immer auf die Fachbegriffe zurückgreifen.
Nach erfolgreichem Bestehen der Abschlussprüfung erhält der Prüfling seinen Facharbeiterbrief als Mechatroniker.
10 Übungsfragen zur Abschlussprüfung Mechatroniker
1. Welche Aussage hinsichtlich der Instandhaltung ist nicht richtig?
a) Instandhaltung kann betrieben werden, um Systemausfällen vorzubeugen.
b) Zu den Zielen der Instandhaltung gehört, die Betriebssicherheit zu verbessern.
c) Durch Instandhaltungsmaßnahmen entstehen Kosten und die Anlagenverfügbarkeit wird reduziert.
d) Mithilfe von Instandhaltungsmaßnahmen können Betriebsabläufe optimiert und Störungen reduziert werden.
2. Wobei handelt es sich um ein spanabhebendes Verfahren der Metallverarbeitung?
a) Prägen
b) Biegen
c) Treiben
d) Fräsen
3. Welche Aussage zu den Nachteilen von Hydraulik ist falsch?
a) Sehr große Kräfte und Drehmomente können nur schwer erzeugt werden.
b) Die Ventile verursachen Schaltgeräusche.
c) Hydrauliköle sind temperaturabhängig und bei sinkenden Temperaturen erhöhen sich Viskosität und Kraftaufwand.
d) Es besteht die Gefahr von Leckagen.
a) Pneumatikmotor
b) Pneumatikpumpe
c) Hydraulikpumpe
d) Kompressor oder Verdichter
5. Welcher Steuerungstyp wird bei Microcontrollern verwendet?
a) verbindungsprogrammierte Steuerung
b) pneumatische Steuerung
c) speicherprogrammierbare Steuerung
d) hydraulische Steuerung
6. Worin liegt kein Vorteil eines Feldbusses im Vergleich zur parallelen Verdrahtung?
a) Kabel, Rangierverteiler und Ausmaße des Schaltschranks werden reduziert
b) durch kurze Signalwege ergibt sich eine höhere Zuverlässigkeit und bessere Verfügbarkeit
c) niedrigerer Preis von Komponenten mit Feldbusfunktionalität
d) Ausfall- und Wartezeiten werden durch die Eigendiagnose durch das System mit Klartextanzeige verkürzt
7. Welche Farbe muss der Neutralleiter (N) laut VDE-Normen haben?
a) rot
b) braun
c) grün-gelb
d) blau
8. Mithilfe welcher SI-Basiseinheit wird die Stoffmenge beschrieben?
a) Mol (mol)
b) Candela (cd)
c) Farad (F)
d) Gray (Gy)
9. Womit beschäftigt sich die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A2.1?
a) Türen und Tore
b) Schutz gegen Absturz und herabfallende Gegenstände
c) Lüftung
d) Raumtemperaturen
10. Was wird mithilfe eines Pyknometers gemessen?
a) Einwirkung von Strahlung auf einen Körper
b) Winkel und geometrische Beziehungen im Raum
c) das spezifische Gewicht oder die Dichte
d) Strecken, hochpräzise durch Abfahren
Antworten:
1. c
2. d
3. a
4. d
5. c
6. c
7. d
8. a
9. b
10. c
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Herausgeberin
Selda Bekar
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