Aktualisiert am 23. September 2026 von Redaktion
In den meisten Fällen erfolgt die Ausbildung zur Bürokauffrau in Form des dualen Ausbildungssystems, möglich ist jedoch auch eine vollschulische Ausbildung an der Berufsschule oder bei einem anderen überbetrieblichen Träger.
Zu den wichtigsten Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Bürokauffrau gehören ein sicherer Umgang mit der deutschen Sprache in Wort und Schrift, ein solides mathematisches Verständnis sowie Freude am Umgang mit diversen Kommunikationsmedien wie Computer oder Telefon. Weitere Voraussetzungen fallen in den Bereich der sozialen Kompetenzen.
Hinweis: Den Ausbildungsberuf Bürokauffrau gibt es seit dem 1. August 2014 nicht mehr. Er wurde mit den Berufen Kauffrau für Bürokommunikation und Fachangestellte für Bürokommunikation zum Beruf Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement zusammengelegt; heute gilt dafür die Ausbildungsverordnung vom 25. Februar 2025. Die Abschlussprüfung ist gestreckt: Teil 1 „Informationstechnisches Büromanagement“ (computergestützt, 120 Minuten, 25 Prozent), Teil 2 mit „Kundenbeziehungsprozesse“ (150 Minuten, 30 Prozent), „Fachaufgabe in der Wahlqualifikation“ (fallbezogenes Fachgespräch, 20 Minuten, 35 Prozent) und „Wirtschafts- und Sozialkunde“ (60 Minuten, 10 Prozent). Die folgende Beschreibung gibt die frühere Prüfung zur Bürokauffrau wieder.
Prüfung vor der IHK oder der HWK
Der Beruf der Bürokauffrau war sowohl in Industrie und Handel als auch im Handwerk vertreten, die Abschlussprüfung wurde daher je nach Ausbildungsbetrieb vor der IHK oder vor der HWK abgelegt. Dabei liegen die wesentlichen Ziele der Abschlussprüfung darin, zu überprüfen, ob die angehende Bürokauffrau
1. über die notwendigen Fertigkeiten und Qualifikationen verfügt,
2. die erforderlichen praktischen und theoretischen Grundlagen beherrscht und diese anwenden kann
3. und mit dem Lehrstoff vertraut ist, der während der theoretischen Ausbildungsteile in der Berufsschule vermittelt wurde.
Die Fragen und Aufgaben während der Abschlussprüfung sind meist derart gestaltet, dass nicht nur rein theoretisches Wissen abgefragt wird, sondern dieses Wissen angewendet werden muss, um konkrete Fragestellungen aus dem typischen Berufsalltag zu lösen. Dabei gliedert sich die Abschlussprüfung zur Bürokauffrau in einen theoretischen und einen praktischen Prüfungsteil, die Kernfächer der Abschlussprüfung sind Rechnungswesen, Bürowirtschaft, Wirtschafts- und Sozialkunde sowie EDV.
Zuerst wird die theoretische Prüfung abgelegt
Der theoretische Prüfungsteil erfolgt in schriftlicher und in computergestützter Form. Die Fragen gliedern sich in Multiple-Choice-Fragen, in offene Fragen sowie in kontenspezifische Aufgaben im Rechnungswesen. Bei Multiple-Choice-Aufgaben sind die Antwortmöglichkeiten bereits vorgegeben und müssen entsprechend ausgewählt werden. Wichtig hierbei ist, sehr genau zu lesen und zu beachten, dass nicht immer nur eine einzige Antwortmöglichkeit richtig sein muss. Offene Fragen werden in eigenen Worten beantwortet und sofern möglich, sollten hierbei Fachbegriffe zum Einsatz kommen. Wenn Beispiele oder Argumente gefordert sind, reicht es aus, nur so viele zu nennen, wie laut Fragestellung gefordert sind.
- Im Prüfungsfach Bürowirtschaft liegen die Schwerpunkte der Fragen auf den Bereichen Organisation, Statistik und Techniken der Bürokommunikation.
- Im Prüfungsfach Rechnungswesen entstammen die meisten Fragen aus dem betrieblichen Rechnungswesen und der Entgeltabrechnung.
- Im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde wird das Verständnis von allgemeinen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen mit Berufsalltag und Arbeitswelt überprüft.
- Im Prüfungsfach EDV geht es um die Überprüfung der Fähigkeiten im Umgang mit dem Computer und den diversen Anwendungen. Häufig kommen dabei auch Aufgaben im Zusammenhang mit Excel-Tabellen zum Einsatz und hierbei sollten immer alle Formeln aufgeschrieben werden, denn so können auch dann noch Punkte erreicht werden, wenn wegen eines kleinen Fehlers beispielsweise kein Zahlenwert erscheinen sollte.
Die praktische Prüfung folgt zeitlich versetzt nach der theoretischen
Nach der theoretischen Prüfung findet die praktische Prüfung statt. Üblicherweise kann der Prüfling zwischen zwei Aufgabenbereichen wählen und die Prüfung wird in Form einer Präsentation oder eines Prüfungsgespräches abgenommen. Bei einer Präsentation agieren die Prüfer als Zuschauer, bei einem Prüfungsgespräch findet ein Rollenspiel statt, bei dem das Prüfungskomitee die Rolle eines Kunden oder Mitarbeiters übernimmt. Im Anschluss daran können noch weitere, ergänzende Prüfungsfragen gestellt werden, durch die der Prüfling seine Argumente oder seinen Lösungsweg weiter erläutern und erörtern kann.
10 Übungsaufgaben zur Abschlussprüfung Bürokauffrau
1. Ein Unternehmen erwirbt eine kleinere Menge einer Ware, stellt jedoch eine größere Bestellung in Aussicht, wenn die Ware zusagt. Wobei handelt es sich in diesem Fall?
a) Kauf auf Probe
b) Kauf nach Probe
c) Kauf zur Probe
d) Kauf en bloc
2. Wobei handelt es sich nicht um ein Unternehmen des Tertiärsektors?
a) Versicherungsgesellschaft
b) Spedition
c) Kfz-Werkstatt
d) Nahrungsmittelhersteller
3. Bei welchem der folgenden Unternehmen handelt es sich nicht um eine Personengesellschaft?
a) Maier & Müller GbR
b) Schmidt & Fischer KG
c) Groß & Klein OHG
d) Merkel & Jung GmbH
4. Welchen Zweck verfolgt eine Reininvestition?
a) eine Investition, die durch Verschleiß oder technischen Fortschritt notwendig wird, um die Kapazität aufrecht zu erhalten
b) eine Investition, um Güter zu ersetzen, die sich durch den Produktionsprozess abnutzen
c) eine Investition, um mit mehr Mitarbeitern oder mehr Produktionsmitteln mehr zu produzieren
d) eine Investition, um mit gleich vielen Mitarbeitern oder Produktionsmitteln mehr zu produzieren
5. Welcher Paragraph des BGB regelt, wann der Lohn des Arbeitnehmers fällig wird?
a) § 242
b) § 614
c) § 288
d) § 305
6. Was ist die Lorenz-Kurve und wobei wird sie beispielsweise verwendet?
__________________________________________
7. In welcher Höhe liegt der ermäßigte Umsatzsteuersatz in den Niederlanden?
a) 5%
b) 9%
c) 12%
d) in den Niederlanden gibt es keinen ermäßigten Umsatzsteuersatz
8. Was regelt die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A4.2?
a) Toiletten und Waschräume
b) Sitzgelegenheiten
c) Pausenräume
d) Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe
9. Nach DIN 5008 beträgt der rechte Seitenrand bei einem Geschäftsbrief in Größe DIN A4 …?
a) 0,64cm
b) 0,81cm
c) 2cm
d) 2,41cm
10. Ab welchem Zeitpunkt beginnt die Aufbewahrungsfrist für Handels- und Geschäftsbriefe?
a) ab dem Zeitpunkt der Erstellung / Datum des Schriftstücks
b) ab dem Datum der Zustellung
c) mit Ende des Kalenderjahres, in dem das Schriftstück erstellt wurde
Antworten:
1. c
2. d
3. d
4. a, b
5. b
6. Darstellungsform nach Max Otto Lorenz von statistischen Verteilungen und Möglichkeit, um Konzentration oder Ungleichheit zu veranschaulichen. Verwendung insbesondere um die Einkommensverteilung zu analysieren.
7. b
8. c
9. c
10. c
Fragen zum Inhalt?
Erfahre, wie unsere Ratgeber entstehen. Wenn dir ein Fehler auffällt oder eine wichtige Angabe fehlt, kannst du uns darauf hinweisen.
Herausgeberin
Selda Bekar
Herausgeberin und inhaltlich verantwortlich für pruefungsratgeber.de. Kontakt über das Kontaktformular, Angaben im Impressum.