Abschlussprüfung Großhandel mit 10 Fragen aus der Prüfung

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Abschlussprüfung GroßhandelKaufleute im Groß- und Außenhandel fungieren als Bindeglied zwischen Herstellern und Lieferanten und der Industrie, dem Handel und dem Handwerk. Zu ihren wesentlichen Aufgaben gehört der Einkauf von Waren, die sie an entsprechende Abnehmer weiterverkaufen, wobei sie dafür Sorge tragen, dass der Warenfluss reibungslos verläuft und die Waren termingerecht beim Kunden ankommen.

Insofern fallen auch die Überwachung der Logistikkette, die Prüfung des Wareneingangs und der Langerbestände, eine kostengünstige Lagerung, die Bestellung von Waren sowie die Planung der Warenauslieferung in ihren Zuständigkeitsbereich. Zudem beraten sie hinsichtlich möglicher Finanzierungs-, Service- und Marketingleistungen. Anstellungen finden Kaufleute im Groß- und Außenhandel in Großhandelsunternehmen nahezu aller Branchen, angefangen bei der Elektroindustrie über die Fahrzeugindustrie bis hin zur Textilindustrie.

Die Ausbildung erfolgt in einer von zwei Fachrichtungen

Die Ausbildung für Kaufleute im Groß- und Außenhandel dauert im Regelfall drei Jahre. Während dieser Zeit erfolgt eine Spezialisierung auf den Groß- oder den Außenhandel, wobei diese Spezialisierung Einfluss auf die Gewichtung der Ausbildungsinhalte und auch die Abschlussprüfung nimmt. Die Abschlussprüfung selbst, die sich in einen schriftlichen und in einen mündlichen Teil gliedert, wird von der zuständigen Industrie- und Handelskammer abgenommen.

Der schriftliche Teil der Abschlussprüfung

Im Rahmen des schriftlichen Prüfungsteils werden die Fächer kaufmännische Steuerung, Kontrolle und Organisation sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft. Daneben erfolgt eine Prüfung im Fach Großhandelsgeschäfte oder Außenhandelsgeschäfte, je nach Schwerpunkt der Ausbildung.

  • Die Prüfungsfragen im Fach Großhandelsgeschäfte behandeln Themen wie die Warenwirtschaft und die Logistik im Handel, die Planung und Durchführung der Beschaffung sowie das Marketing und den Vertrieb. Im Fach Außenhandelsgeschäfte werden typischerweise Fragen dazu gestellt, wie Außenhandelsgeschäfte zustande kommen, angewickelt und abgeschlossen werden. Üblich ist zudem, dass ein Fallbeispiel aus dem Außenhandelsgeschäft in einer Fremdsprache bearbeitet werden muss.
  • Im Prüfungsfach Steuerung, Kontrolle und Organisation geht es beispielsweise um die Arbeitsorganisation und die Personalwirtschaft sowie den Austausch von Informationen und die Kommunikationstechnik. Daneben werden Prüfungsfragen gestellt, die die Kosten- und Leistungsrechnung, das Controlling, Buchungsvorgänge sowie den Zahlungsverkehr und Kredite zum Thema haben.
  • Im Rahmen der Wirtschafts- und Sozialkunde wird das Wissen im Zusammenhang mit beispielsweise dem Arbeitsrecht und der sozialen Steuerung, der beruflichen Bildung oder wirtschaftlichen, wirtschaftsrechtlichen und wirtschaftspolitischen Strukturen überprüft.

Vielfach geht es bei der schriftlichen Prüfung nicht um eine reine Abfrage des Wissens, sondern vielmehr um die Überprüfung des Verständnisses. Das bedeutet, es wird ermittelt, ob der Prüfling die Inhalte nicht nur kennt, sondern auch anwenden und entsprechend der Aufgabenstellungen auf die Praxis übertragen kann. Daher werden gerne sogenannte praxisbezogene Aufgaben gestellt. Dabei werden typische Situationen aus dem künftigen Berufsalltag geschildert und die Prüfungsfragen leiten sich aus diesen Fallbeispielen ab. Beantwortet werden die Prüfungsfragen dann durch Markieren einer der vorgegeben Lösungen oder durch Antworten in eignen Worten, beispielsweise in Form von Beispielen, Argumenten, Definitionen oder Rechnungen.

Der mündliche Teil der Abschlussprüfung

Im Rahmen der mündlichen Prüfung kann der Prüfling eine aus zwei Aufgaben wählen, wobei die Aufgaben im Zusammenhang mit der Branche stehen, in der der Prüfling seine Ausbildung absolviert hat. Üblicherweise entstammen die Aufgaben den Bereichen Wareneinkauf, Marketing oder Verkauf und Kundenberatung. Zunächst erhält der Prüfling eine Vorbereitungszeit von etwa 15 Minuten, in der er sich mit der Thematik auseinandersetzen und Argumente oder Lösungsvorschläge ausarbeiten kann. Die Prüfung abschließend erfolgt ein Fachgespräch mit dem Prüfungskomitee, in dessen Rahmen die Aufgabe in einem Zeitfenster von maximal 30 Minuten besprochen und erörtert werden kann.

10 Beispielfragen aus der Abschlussprüfung für den Großhandel die sehr oft verwendet werden

 

1. Welcher Begriff beschreibt in der industriellen Produktion in erster Linie die Verarbeitung von Rohstoffen zu einem Produkt?

 

a) Fertigungstechnik

b) Prozessfertigung

c) Verfahrenstechnik

 

2. Mithilfe welcher Marktgröße wird die konkrete räumliche Ausdehnung des relevanten Marktes beschrieben?

 

a) Marktvolumen

b) Marktausdehnung

c) Marktpotenzial

d) Marktkapazität

 

3. Nach Beendigung Ihrer Ausbildung werden Sie von Ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen. Was gilt in diesem fall für das Ausbildungszeugnis?

 

a) Es muss nicht ausgestellt werden, sondern wird später durch ein Arbeitszeugnis ersetzt.

b) Es kann ausgestellt werden, wenn Arbeitgeber oder Auszubildender dies wünschen.

c) Es muss auf jeden Fall und unaufgefordert ausgestellt und ausgehändigt werden.

d) Es wird erstellt, verbleibt aber bis zum Austritt aus dem Unternehmen in der Personalakte.

 

4. Mithilfe welcher Formel wird die Marktsättigung bestimmt?

 

a) (Marktpotenzial : Marktvolumen) * 100

b) (Marktpotenzial * Marktvolumen) : 100

c) (Marktvolumen * Marktpotenzial) : 100

d) (Marktvolumen : Marktpotenzial) * 100

 

5. Wie lautet der Fachbegriff für eine Marktform, bei der es zwar sehr viele Nachfrager, jedoch nur sehr wenige Anbieter gibt?

 

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6. Welche Aussage zu den Vorteilen von vereinbarten Zahlungsfristen für den Kunden ist so nicht richtig?

 

a) Der Kunde hat Zeit, um die Rechnung sowie die gelieferte Ware zu prüfen.

b) Durch die Einhaltung der Skontofrist wird die Verbindlichkeit verringert.

c) Die Ausnutzung von Zahlungszielen ist in der Regel deutlich günstiger als ein Bankkredit.

d) Bei der Prüfung der Kreditwürdigkeit legen Lieferanten meist weniger strenge Maßstäbe an als Banken.

 

7. Wie lautet die Abkürzung für eine Zahlung bei Lieferung im internationalen Warenhandel?

 

a) c.o.d.

b) c.i.a.

c) c.b.d.

d) c.w.o.

 

8. Wobei handelt es sich um kein Marketinginstrument auf dem Absatzmarkt?

 

a) Sortimentspolitik

b) Preispolitik

c) Kommunikationspolitik

d) Bestellpolitik

 

9. Welche der folgenden Aussagen zur Lieferkette ist richtig?

 

a) Da es innerhalb einer Lieferkette es zu einer kontinuierlichen Neudefinition von Personalkosten in Materialkosten kommt, sind Personalkosten und Gewinne eines Unternehmens für Unternehmen, die in der Lieferkette weiter hinten liegen, nur noch als Materialkosten sichtbar.

b) Eine regionale Konzentrierung der Lieferkette aus Gründen der Risikominimierung und aufgrund der steigenden Transportkosten, beispielsweise in Form von Straßenbenutzungsabgaben oder Kraftstoffkosten, ist nicht sinnvoll.

c) Wird eine Lieferkette vom Rohstoff bis zum Verbraucher verfolgt, so lässt sich daraus nicht ablesen, in welchem Maße und wofür der Rohstoff gebraucht wird, sondern nur, welche Konsequenzen Preisveränderungen des Rohstoffs haben können.

d) Wird die Lieferkette vom Verbraucher zum Rohstoff zurückverfolgt, so lässt sich zwar ablesen, was für die Erzeugung eines Produktes verbraucht wurde, Abschätzungen von Auswirkungen veränderter Nachfrage sind allerdings nicht möglich.

 

10. Bei einem Unternehmen mit Hauptsitz in Frankreich, das als Société en nom collectif (SNC) geführt wird, handelt es sich um …?

 

a) eine Aktiengesellschaft

b) eine Handelsgesellschaft

c) eine nicht börsenfähige, vereinfachte Aktiengesellschaft

d) eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung

 

Antworten:

 

1. c

2. b

3. c

4. d

5. Oligopol (Angebotsoligopol)

6. c

7. a

8. d

9. a

10. b