Abschlussprüfung Speditionskaufmann mit 10 Fragen der Prüfung

Abschlussprüfung Speditionskaufmann

pruefungsfragen

Um den Entwicklungen in der Logistikbranche gerecht zu werden, wurde die Ausbildung zum Speditionskaufmann im Jahre 2004 durch die Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen ersetzt.

Ungeachtet dessen übernimmt ein Speditionskaufmann eine Schlüsselfunktion im Transportwesen. So gehören die Organisation des Versands, des Umschlags und der Lagerung von Gütern sowie der Verkauf von Dienstleistungen im Zusammenhang mit Logistik und Verkehr unabhängig vom Verkehrsmittel zu seinen wesentlichen Aufgaben.

Zu den Arbeitsstätten eines Speditionskaufmannes gehören in erster Linie Speditionen und Unternehmen aus dem Bereich Umschlag und Lagerwirtschaft, daneben aber auch Unternehmen mit Güterbeförderung im Straßen- und Eisenbahnverkehr sowie der Schifffahrt, Frachtfluggesellschaften oder Paket- und Kurierdienste.

Die Abschlussprüfung wird von den Industrie- und Handelskammern abgenommen

Die Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen, die bundesweit geregelt ist, erstreckt sich über einen Zeitrahmen von drei Jahren und wird von Industrie und Handel angeboten. Am Ende der Ausbildung findet eine Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer statt, die sich aus einem schriftlichen und einem mündlichen Prüfungsteil zusammensetzt.

Im Rahmen der Abschlussprüfung werden praxisbezogene Aufgaben und Fälle bearbeitet

Die schriftliche Prüfung umfasst die Prüfungsbereiche Leistungserstellung in Spedition und Logistik, Kaufmännische Steuerung und Kontrolle sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Grundsätzlich handelt es sich dabei bei den Prüfungsfragen um sogenannte praxisbezogene Aufgaben oder Fälle. Das bedeutet, es werden nicht nur Fragen gestellt, die das Fachwissen abfragen, sondern vielmehr das Verständnis der Ausbildungsinhalte überprüfen. Dazu werden typische Fallbeispiele geschildert und die Prüfungsfragen beziehen sich auf diese Beispiele. Insofern geht es also darum, die Problemstellung zu erkennen und unter Berücksichtigung der situationsrelevanten Details zu lösen.

  • Im Prüfungsfach Leistungserstellung in Spedition und Logistik beschäftigen sich die Fallbeispiele mit Themenbereichen wie dem Transport, dem Umschlag, Lagerleistungen, logistischen Dienstleistungen oder dem Marketing.
  • Im Prüfungsbereich Kaufmännische Steuerung und Kontrolle geht es in erster Linie um die Kosten- und Leistungsrechnung sowie das Controlling.
  • Das Fach Wirtschafts- und Sozialkunde kümmert sich um wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte im Allgemeinen, beispielsweise im Hinblick auf das Arbeitsrecht, die Wirtschaftspolitik oder wirtschaftliche und sozialpolitische Grundlagen.

Hinsichtlich der Beantwortung der Prüfungsfragen gibt es grundsätzlich zwei mögliche Varianten, nämlich einerseits die Auswahl aus vorgegebenen Lösungsvorschlägen und andererseits die Beantwortung in eigenen Worten. Sofern Antwortmöglichkeiten vorgegeben sind, ist es sehr wichtig, die Inhalte genau und aufmerksam zu lesen. Zudem gilt der Tipp, gelöste Auswahlfragen nicht mehrfach zu lesen und zu korrigieren, denn gerade bei Auswahlfragen stellt sich häufig eine Unsicherheit ein, die dazu führt, dass letztlich falsche Korrekturen vorgenommen werden. Müssen Fragen in eigenen Worten beantwortet werden, sollte nach Möglichkeit mit Fachausdrücken gearbeitet werden, wobei es ausreicht, sich auf die geforderte Anzahl von beispielsweise Argumenten zu beschränken. Bei Rechenaufgaben ist es sinnvoll, nicht nur das Endergebnis aufzuschreiben. Sollte sich nämlich ein Rechenfehler eingeschlichen haben, kann ein eigentlich richtiger Lösungsansatz zumindest noch anteilig bewertet werden.

Im Rahmen des mündlichen Prüfungsteils führt der angehende Speditionskaufmann ein etwa 30-minütiges Fachgespräch mit dem Prüfungskomitee. Thema des Fachgespräches ist ein Praxisbeispiel, das Leistungen im Zusammenhang mit Spedition und Logistik thematisiert. Der Prüfling soll unter Beweis stellen, dass er auf Grundlage dieses Fallbeispiels Lösungsvorschläge ausarbeiten und seine Vorgehensweise sowie die vorgeschlagenen Maßnahmen begründen kann.

10 typische Prüfungsfragen aus der Abschlussprüfung Speditionskaufmann

1. In welche Gefahrgutklasse werden Sprengstoffe sowie Gegenstände, die Sprengstoff enthalten, eingeteilt?

a) Klasse 1

b) Klasse 3

c) Klasse 5

d) Klasse 8

2. In welche Disziplin der Logistik gehören die Planung, die Steuerung und die Überwachung der innerbetrieblichen Transport-, Umschlags- und Lagerprozesse?

a) Beschaffungslogistik

b) Distributionslogistik

c) Produktionslogistik

d) Absatzlogistik

3. Wodurch kennzeichnet sich das Lifo-Prinzip als Lagerstrategie?

a) Die zuerst eingelagerten Güter werden zuerst ausgelagert.

b) Die Güter werden entsprechend ihrem MHD ausgelagert.

c) Die Güter mit dem höchsten Wert werden zuerst ausgelagert.

d) Die zuletzt eingelagerten Güter werden zuerst ausgelagert.

4. Bitte nennen Sie eine Gleichung, mit der die Lagerumschlagshäufigkeit berechnet werden kann.

__________________________________________

5. Welche Aussage hinsichtlich der Fracht ist so nicht richtig?

a) Der Frachtführer verpflichtet sich im Rahmen des Frachtgeschäftes gegenüber dem Frächter, das Frachtgut gegen die Zahlung des Frachtlohnes mit eigenen Mitteln an einen bestimmten Ort zu befördern.

b) Die Frachtbasis bezeichnet den Ort, ab dem der Käufer die Frachtkosten übernehmen muss. Dieser Ort wird vertraglich festgelegt und muss mit dem Ort übereinstimmen, von dem tatsächlich geliefert wird.

c) Ein Frachtgeschäft liegt immer dann vor, wenn die Beförderung von einem gewerblichen Transportunternehmen durchgeführt wird.

d) Neben der Fracht sind auch das Rollgeld sowie eventuelle Verladekosten und -gebühren Bestandteile der Transportkosten.

6. Welche Formen der Güterbeförderung fallen nicht in den Güternahverkehr?

a) das Sammeln von einzelnen Gütern in einem nahegelegenen Sammellager oder Logistikzentrum

b) die Auslieferung von Frischwaren an Filialen von Handelsketten

c) Touren in einem Umkreis von 250km um das Depot

d) Fahrten, die mit Kleintransportern abgewickelt werden

7. Wie werden Transporte von beispielsweise Betonträgern oder Kranballast bezeichnet, die sich durch geringe Abmessungen, jedoch ein sehr hohes Gewicht kennzeichnen?

a) Großraumtransporte

b) Schwertransporte

c) Langtransporte

d) Großraum- und Schwertransporte

8. Für welche der folgenden Fahrzeuge gilt derzeit die LKW-Maut in Deutschland?

a) für Fahrzeuge, die für den Straßenunterhaltungs- und Straßenbetriebsdienst sowie die Straßenreinigung und den Winterdienst genutzt werden

b) für Fahrzeuge, die ausschließlich im Bereich des Schausteller- und Zirkusgewerbes eingesetzt werden

c) für Fahrzeuge, die für den Güterverkehr geeignet sind und in Verbindung mit einem Anhänger ein zulässiges Gespanngewicht von mindestens 12 Tonnen erreichen

d) für Fahrzeuge von gemeinnützigen oder mildtätigen Organisationen, die humanitäre Hilfsgüter transportieren

9. Wie werden die Bestandteile einer Verpackung bezeichnet, die das Produkt schützen?

a) Packstoff

b) Packmittel

c) Packgut

d) Packung

10. Welche der folgenden Aussagen hinsichtlich der Lenk- und Ruhezeiten ist richtig?

a) Die Tageslenkzeit ist auf 9 Stunden begrenzt, darf jedoch 2 Mal pro Kalenderwoche auf 10 Stunden erweitert werden.

b) Nach spätestens 5 Stunden muss eine mindestens 45minütige Lenkzeitunterbrechung eingehalten werden.

c) Die Lenkzeit pro Woche darf 56 Stunden nicht übersteigen. Bei zwei aufeinanderfolgenden Wochen ist die maximal zulässige Gesamtlenkzeit auf 95 Stunden begrenzt.

d) Die tägliche Ruhezeit sieht 11 zusammenhängende Stunden innerhalb von 24 Stunden vor, darf allerdings 3 Mal pro Woche auf 8 Stunden verkürzt werden.

Antworten:

1. a

2. c

3. d

4. Lagerabgänge : durchschnittl. Lagerbestand; Jahresabsatz : durchschnittl. Lagerbestand; Wareneinsatz: durchschnittl. Lagerbestand zu Einstandspreisen

5. b

6. c

7. b

8. c

9. b

10. a

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